Die 7 Himmelsstufen

geschaut von der Seherin Gabriele mitgeteilt von Hugo Georgi Superintendent

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Inhaltsverzeichnis

Zum Geleit

Bei außergewöhnlichen Offenbarungen, wie sie hier vorliegen, ist grĂ¶ĂŸte Vorsicht und sorgfĂ€ltigste PrĂŒfung am Platze, denn Offenbarungen dĂŒrfen nur angenommen werden, soweit sie in ihren GrundzĂŒgen mit dem Gesamtzeugnis der Schrift ĂŒbereinstimmen, also nicht in Widerspruch mit der Bibel stehen. An diesem Maßstab gemessen, hĂ€lt die vorliegende Schrift die PrĂŒfung aus. Es sei dabei besonders auf folgende Punkte hingewiesen, auf die hauptsĂ€chlich geachtet werden muss, nicht aber auf nebensĂ€chliche Äußerlichkeiten.

Erstens: Sie stellt deutlich heraus, dass der Vorhof ein Teil des Heiligtums war, denn nur ein Israelite durfte den inneren Vorhof betreten. Der alttestamentliche Tempel ist aber ein Abbild des himmlischen, denn dem Mose wird gesagt: Siehe zu, dass du alles genau machst, nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt wurde.

Zweitens: Die Dreiteilung tritt auch bei diesen sieben Stufen deutlich in Erscheinung, indem die vier ersten Stufen als zum Vorhof gehörig beschrieben werden. Das Heiligtum des Himmels beginnt erst mit der fĂŒnften Stufe. In dieses Heiligtum des Himmels gehen nur solche hinein, die Christus als ihren Erlöser angenommen haben. Das stimmt ganz mit der Bibel ĂŒberein. Denn es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, als allein der Name Jesu.

Drittens: Wer kommt nun aber in den Vorhof des Himmels? Antwort: Alle diejenigen, die auch hier in diesem Leben im Vorhof sich aufgehalten haben. Auch diese Darstellung stimmt mit der Bibel ĂŒberein, denn die Bibel sagt: Auf welchen Ort der Baum fĂ€llt, da wird er liegen. (Prediger 11,3).

Das heißt in diesem Zusammenhang: Wer im Vorhof stirbt, wird auch drĂŒben im Vorhof landen. Wer sind nun aber diejenigen, die hier im Vorhof sich aufgehalten haben? Die Antwort, die diese Schrift gibt, lautet: Menschen mit einem guten und ehrlichen Willen, bieder und rechtschaffend, finden den Eingang. Heuchler werden an den Toren abgewiesen. Also nicht nur die eigentlichen LĂŒgner, die ihre LĂŒgen und Verleumdungen aufrecht erhalten und sie nicht zurĂŒcknehmen, sondern auch alle Heuchler, das sind feine und versteckte LĂŒgner, werden an den Toren abgewiesen. Hierin, so wird ausdrĂŒcklich gesagt, gibt es keine Nachsicht, kein Verhandeln und keine Ausnahme, also auch bei einem Gemeinschaftsleiter nicht. Auch diese Wahrheit stimmt ganz mit der Bibel ĂŒberein, denn Christus spricht: Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel und in der Offenbarung wird bezeugt, dass nicht nur die LĂŒgner, sondern auch alle, die liebhaben und tun die LĂŒge, ebenfalls draußen sein werden (Offenbarung 22,15) und ein LĂŒgner bleibt man solange, als man seine LĂŒge aufrecht erhĂ€lt und sie nicht bekennt und nicht zurĂŒcknimmt.

Viertens: Eine weitere Übereinstimmung mit der Bibel besteht auch darin, dass eine fortgesetzte vertiefte Buße und unbedingter Gehorsam und völlige Hingabe an Christus den gekreuzigten Erlöser in den höheren Stufen verlangt wird; Das ist eine Wahrheit, die auch in der Philadelphiabewegung immer wieder mit allem Nachdruck bezeugt und bekannt wird. Denn auch diese Wahrheit stimmt ganz mit dem Wort Gottes ĂŒberein, wenn es bezeugt: Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch usw.

FĂŒnftens: Dazu kommt noch, dass diese Wahrheiten auch in Übereinstimmung stehen mit dem Herzen und Gewissen eines jeden echten Kindes Gottes, das innerlich wachsen und vorankommen möchte und danach strebt, in das Bild Jesu umgestaltet zu werden.

Sechstens: Weiter stehen diese Wahrheiten auch in Übereinstimmung mit den Erkenntnissen und Erfahrungen vieler gereifter Christen.

Siebtens: Die Tatsache, dass in den oberen Stufen noch so verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenige Menschen sich befinden, ist ein Beweis fĂŒr die Notwendigkeit der Philadelphiabewegung, die in besonderer Weise die Aufgabe hat, auf diese völlige Hingabe an Christus hinzuwirken als Voraussetzung zum Eintritt in diese höheren Stufen. Man lege uns das nicht als Hochmut aus, denn es ist der Befehl Gottes,

dass, wir gleichgestaltet werden sollen dem Ebenbilde seines Sohnes. Einem göttlichen Befehl nachzukommen, als Hochmut auszulegen, kann nur auf eine satanische Verblendung zurĂŒckgefĂŒhrt werden, denn Satan muss natĂŒrlich alle Hebel in Bewegung setzen, um diese Vollendung seiner Leibesgemeinde aufzuhalten. So möge denn diese Schrift hinausgehen und ihre Aufgabe unter der Leitung des Herrn zur Zubereitung seiner Gemeinde auf sein Kommen erfĂŒllen. Er wird es tun.

C. Röckle

Sieben Himmelsstufen

Mein lieber Freund! Du wĂŒnschest seit langem, ĂŒber die Himmel und ihre Beziehungen untereinander etwas nĂ€her unterrichtet zu werden. Wir haben dir darĂŒber schon vor Jahren mancherlei mitgeteilt und dich auf viele Stellen der Bibel aufmerksam gemacht, die davon reden, ohne dass man ihnen in christlichen Kreisen Beachtung schenkt und da durch hast du tieferen Einblick gefunden, als durchschnittlich in christlichen Kreisen gefunden wird. Aber das alles ist mir noch nicht genug und soll es auch nicht sein; Wir ermuntern dich fortgesetzt, immer weiter zu forschen, denn nur dem unermĂŒdlich forschenden Menschengeist können die Geheimnisse der Ewigkeit aufgeschlossen werden. Es ist uns unmöglich; einem uninteressierten Menschen Mitteilungen ĂŒber das himmlische Leben zu machen, aber dem, der ernstlich, bestrebt ist, etwas zu erfahren, dem können und wollen wir nach dem Grad seiner geistlichen Reife helfen, sich ein, wenn auch lange nicht umfassendes und vollkommenes, so doch in allen GrundzĂŒgen zutreffendes Bild zu machen. Darum ermuntern wir dich, in deinem Wissensdrang ĂŒber die Himmel nicht nachzulassen und dich auch nicht an unvermeidlichen gelegentlichen IrrtĂŒmern, die dir unterlaufen mögen, zu stoßen. Sie werden hernach schon von uns richtiggestellt. Was dir vor Jahren durch das Schauen eurer unvergesslichen Gabriele geschenkt worden ist, das sei und bleibe dir ein Schatz des Erkennens, den du mit grĂ¶ĂŸtem Fleiß bis an dein Lebensende zu vermehren suchst. So kannst du, innerlich fĂŒr den Aufstieg in höhere Welten gerĂŒstet, einmal herĂŒber und wir stehen schon bereit, dir denselben Dienst dann noch weiter zu tun, wenn du uns mit der gleichen Klarheit schaust, wie wir jetzt schon allezeit dich und dein ganzes Leben durchschauen. Wir können freilich nur mit dir reden in einer Sprache, die an irdische Bilder und Begriffe gebunden ist, die ihr euch mit Hilfe der Erscheinungen gebildet habt, die dauernd um euch sind. Anders könnt ihr gar nichts erfahren. Sind nun auch, wie das einmal ein großer Denker ausgesprochen hat, alle vergĂ€nglichen Dinge nur ein Gleichnis der unvergĂ€nglichen und ewigen, so reichen sie doch lange nicht an ihre Urbilder heran.

Das Ewige geht ĂŒber das Irdische hinaus und lĂ€sst das euch bekannte Gleichnis weit hinter sich zurĂŒck. Darum muss sich der an irdischen Vorbildern geschulte Menschengeist nach und nach von allen Gleichnissen lösen, wenn er das Himmlische wirklich erkennen will. Auf Erden ist das unmöglich und im Himmel ist es noch nicht ganz leicht. Bringt doch jeder Mensch seine Vorstellungen alle mit in die Ewigkeit, um auch hier mit grĂ¶ĂŸter ZĂ€higkeit an ihnen festzuhalten. Das macht die Umstellung hernach zuweilen recht schwer. Auch der Mensch, der die beste Vorstellung vom Himmel mit herĂŒberbringt, kann sich angesichts des himmlischen Lebens gar nicht genug verwundern darĂŒber, wie ganz anders doch alles im Grunde ist, als er es sich auf Erden vorgestellt hat. Alles Denken, Vorstellen und Wissen bleibt auf Erden StĂŒckwerk. Das sollst du auch bedenken bei den Mitteilungen, die wir dir hier machen. Wir können hierbei auch mit den Begriffen und Bildern arbeiten, die du dir in deinem Leben gebildet hast. Wir können nur durch deinen Geist zu dir kommen und reden. Um besser verstanden zu werden, bedienen wir uns in unseren Darstellungen gedanklicher Hilfsmittel, an die du dich aber nicht festklammern darfst, denn die himmlische Welt ist doch mehr, als unsere Mitteilungen dir zunĂ€chst sagen mögen. Unsere GedankenstĂŒtzen gleichen einem GerĂŒst, mit dem ein Neubau aufgefĂŒhrt wird. Ist der Bau fertig, so wird das GerĂŒst entfernt, denn man braucht es dann nicht mehr. Auch fĂŒr dich wird einmal die Zeit kommen, wo du solche Hilfe nicht mehr brauchst, wo es dir möglich ist, die höhere Wirklichkeit

ohne irdische Bilder zu schauen und zu erfassen. Den gewaltigen Bau der unendlichen himmlischen Welten kannst du noch lange nicht ĂŒbersehen, aber wir wollen dir helfen, dir fĂŒr das VerstĂ€ndnis des Ganzen ein GerĂŒst bauen. So kommt dir unsere Welt nĂ€her, sie wird dir in ihren Grundformen begreiflicher und du kannst dich leichter in die ewigen Geheimnisse hineindenken. Der Himmel wird dir erschlossen und durch deine so gewonnenen Erkenntnisse kannst und sollst du dann anderen den Himmel aufschließen helfen. Was wir dir vermitteln, sollst du weitergeben, wo sich dir nur eine Gelegenheit bietet, das ist der tiefste Sinn unserer BemĂŒhungen. Wir wollen dir helfen und durch dich anderen. Gott will, dass allen Menschen geholfen werde. Sehr vieles ist seit alten Zeiten von begabten Sehern und von Menschen, die sich dafĂŒr interessieren, ĂŒber den Himmel nachgedacht und geschrieben worden. Was du immer hierĂŒber in Erfahrung bringen konntest, das war immer der Beachtung wert, auch wenn du zunĂ€chst gar manchem nicht zuzustimmen vermagst und allerlei IrrtĂŒmer entdeckst. In allen derartigen Mitteilungen findest du Körnchen ewiger Wahrheiten denn auch in den offenbarsten IrrtĂŒmern ist meist ein Goldkörnchen Wahrheit verborgen. Dieses suche aus dem wirren menschlichen Gedanken herauszuschĂ€len. Es wĂ€re verkehrt, alles, was du hörst, unbesehen als bare MĂŒnze anzusehen, andererseits ist es aber ebenso verkehrt, alles grundsĂ€tzlich zu verwerfen, wo der untermischte Irrtum gar zu deutlich hervortritt.

Bedenke, dass das Gold der ewigen Wahrheit stets mit dem tauben Gestein menschlicher IrrtĂŒmer durchsetzt erscheint und aus den meist sehr festen Bindungen erst heraus gelöst werden muss.

Bleibe dir der UnzulĂ€nglichkeit aller menschlichen Erkenntnisse stets bewusst und bewerte stets Mitteilungen ĂŒber die höhere Welt nach dem Maßstab, den wir dir reichen, so wirst du vor gedanklichen Abwegen am besten bewahrt bleiben. Kein Engel ist in der Lage, dir die absolute Wahrheit irrtumsfrei zu enthĂŒllen und infolge deiner Unvollkommenheit werden auch unsere Mitteilungen den Stempel menschlicher Unvollkommenheit tragen mĂŒssen, aber ebenso alle anderen Mitteilungen, die ja von Menschen aufgenommen, denn auch das ist unvollkommen, von IrrtĂŒmern unterworfenen Menschen empfangen und geschrieben wurden. Deshalb enthĂ€lt es aber doch die ewigen Wahrheiten und sollte von euch eine viel viel grĂ¶ĂŸere Beachtung finden. Die menschliche Unvollkommenheit bedeutet keine Minderung ihres Wortes. Wir können nur dem ganz ehrlichen Sucher, der aufrichtig um reinere Erkenntnis ringt, wirklich helfen. Alle anderen mĂŒssen dauernd in den KrĂŒcken der Buchstaben und. Dogmen ihren Weg gehen. Kluge Menschen, die vermeinen, alles richtig zu verstehen, weil sie zĂ€h am Buchstaben halten, werden durchgehend von niederen unwissenden Geistern beherrscht und geleitet, auch wenn sie sonst im Leben einen großen sittlichen Ernst beweisen und dadurch großen Eindruck auf andere machen. Je sicherer sie mit ihren vermeintlichen Erkenntnissen auftreten und wohl gar von anderen Zustimmung fordern, desto dichter ist die geistige Finsternis, die sie umgibt. Ihr Wissen ist nicht Licht, sondern geistige Dressur. Ihre Voreingenommenheit von sich selbst, der mit frommen SprĂŒchen ĂŒberkleisterte menschliche EigendĂŒnkel verwehrt dem Heiligen Geist, sie zu erleuchten, Lichtstrahlen vom ewigen Licht, auch in ihre dunklen Seelen fallen zu lassen. Vom Himmel können nur solche Menschen reden, die vom Himmel sind, die in enger Gemeinschaft mit dem Himmel leben, die geistigen Austausch mit himmlischen Boten pflegen und mit allem Ernst nach dem Himmel trachten. Wenn ich dir auf diesen BlĂ€ttern so manches aus dem Himmel mitteile, das dir bisher noch nicht gezeigt worden war, so habe ich nicht nötig, mich dir vorzustellen. Du weißt sehr wohl, wer ich bin und kennst mich durch jahrzehntelangen Umgang besser, als du irgendeinen Menschen kennst, ja, du kennst auch viele aus dem Kreis meiner nĂ€heren himmlischen Umgebung und bist auch mit ihnen allen eng befreundet und verbunden. Auf Grund unserer langjĂ€hrigen Freundschaft und innigster geistiger Verbundenheit weißt du meine Mitteilungen sehr wohl zu verwerten. Das unabsehbare, weite Gebiet des Himmels stelle dir am besten vor in einzelnen Gliederungen.

Versuche, dich in dieser unendlichen Welt auf Ă€hnliche Weise zu orientieren, wie der Seefahrer auf dem weiten Ozean. Du weißt, dass man sich die kugelförmige Erde in LĂ€ngen- und Breitengrade eingeteilt denkt und dass der Seefahrer mit Hilfe dieser LĂ€nge und Breite nach ĂŒber die Erde gezogenen Linien, die man sich ja nur denkt, den Ort auf weitem Meere genau zu bestimmen

vermag, so genau, dass er im Falle einer Seenot durch Funktelegraphie Hilfe herbeiholen kann. Ähnlich wie die Erde, denke dir nun auch den Himmel eingeteilt, nicht, als ob der Himmel auch Kugelgestalt hĂ€tte, es sei denn, dass du viele tausende solcher Kugeln annimmst. Aber dadurch wĂ€re dir auch noch nicht geholfen, denn jede Kugel wĂ€re ein Himmel fĂŒr sich und du wĂŒrdest ĂŒber den Zusammenhang dieser Welten untereinander noch nichts wissen. Lassen wir deshalb die rĂ€umliche Gestalt der Himmel hier einmal ganz beiseite, um den Aufbau unserer Himmelswelt in ihren GrundzĂŒgen besser erfassen zu können. Du könntest nun beliebig viele Himmel annehmen und wĂŒrdest der unendlichen Zahl damit immer noch nicht gerecht. Sprechen wir deshalb von einzelnen Bezirken, die wir am besten Stufen nennen, da sie ĂŒbereinander gelagert sind und sind regelmĂ€ĂŸig voneinander unterscheiden. Zudem ist der Aufstieg in eine höhere Welt nur von der zunĂ€chst darunter liegenden niederen Stufe aus möglich. Die Zahl ist hier nicht von ausschlaggebender Bedeutung, aber da die Siebenzahl im Himmel eine sehr große Rolle spielt, denken wir uns das gewaltige Gebiet am besten in 7 Stufen gegliedert. Jede Stufe aber besteht aus zahllosen einzelnen SphĂ€ren, die besonders bei den unteren Stufen in die Tausende gehen. Die Zahl der SphĂ€ren festzustellen, ist auch fĂŒr uns nicht möglich, da das ganze Gebiet dafĂŒr viel zu groß und auch fĂŒr uns unĂŒbersehbar ist. Die unterste Stufe, die der Erde benachbart ist, sei die erste und die oberste, in der der Thron der ewigen Herrlichkeit steht, die siebente. Der Weg zur höchsten Stufe fĂŒhrt durch alle unteren hindurch. Niemand kann bei seinem Aufstieg in den Himmel eine Stufe ĂŒberspringen, er muss sie alle durchwandern. Die unteren werden jedoch bisweilen von besonders frommen und ausgereiften Menschen in sehr kurzer Zeit durchschritten. Der ganze Himmel bildet trotz der großen Verschiedenheit in den Eingliederungen untereinander doch eine Einheit und das Dasein, wie der Entwicklungsgang aller Himmelsbewohner und aller Menschen vollzieht sich stets nach denselben göttlichen Ordnungen. Um dir einen kleinen Begriff von der Unterschiedlichkeit zu geben, seien auch einige Zahlen genannt, die du freilich nicht in kleinlicher Weise fassen darfst. Die Bewohnerzahl der untersten ersten Stufe ist nicht zu ermitteln, Gott weiß sie gewiss alle, aber wir wissen es nicht. Die Bewohner der zweiten Stufe schĂ€tzen wir auf 4000 Millionen, die der dritten auf 1500 Millionen. Auf der vierten Stufe dĂŒrften es nicht mehr als etwa 300 Millionen sein. Die Zahlen der oberen 3 Stufen sind von uns sehr gut zu ĂŒbersehen, bedeuten mithin keine SchĂ€tzung mehr, sondern beruhen auf ZĂ€hlungen. In der fĂŒnften Stufe gibt es nicht mehr als 3 Millionen Bewohner, in der sechsten aber nur ungefĂ€hr noch
50 000 und in der siebten Stufe nur wenig ĂŒber 30 000. Du siehst, die AbstĂ€nde zwischen den einzelnen Stufen sind gewaltig. So groß der Zahlenabstand ist, so groß ist auch der Unterschied des Lichtes und der Herrlichkeit. Engel und Erzengel, Cherubim und Seraphim und manche andere sind in diese Stufen nicht eingerechnet.

Erstere gehören zur SphĂ€re der Gottheit und die anderen Engel, von denen weiter unten die Rede sein wird, bilden einen Himmel fĂŒr sich, den wir hier zunĂ€chst außer Betracht lassen wollen. Es gibt Engel, die mit der Gottheit zusammengeschmolzen sind, dass wir sie zur Gottheit selbst zĂ€hlen dĂŒrfen, obwohl sie trotzdem ihre Eigenpersönlichkeit bewahren und gelegentlich in höherem Auftrag auch handelnd in das irdische Geschehen eingreifen mögen. Doch sind das Ausnahmen.

Ihre Zahl ist begrenzt.

Du wunderst dich ĂŒber die geringe Zahl der Bewohner in den höheren Stufen und wendest ein, woher denn die 1000 mal 1000 und die 10 000 mal Engel kommen, von denen schon im Buche Daniel die Rede ist. Hierzu bedenke, dass der ganze Himmel trotz der gewaltigen Unterschiede der Stufen eine Einheit bildet und dass es bei uns gewaltige Veranstaltungen zur Ehre und Verherrlichung des Höchsten gibt, zu denen nach Möglichkeit alle Stufen aufgeboten werden. Du kannst dir solche Veranstaltungen nicht recht denken und doch gibt es im Himmel Verbindungswege und Möglichkeiten genug, um an gewissen Feiern den ganzen Himmel teilnehmen zu lassen. Dazu kĂ€me nun noch der Engelhimmel, der mit Bewohnern angefĂŒllt ist, die nicht oder nur zum geringsten Teil aus der Erdenmenschheit kommen und der von vielen vielen Millionen bewohnt wird. Manche Menschen glauben, das sei der eigentliche Himmel, aus dem die

Engel auf die Erde herniedersteigen Das ist aber ein Irrtum. Diese Engel, die wir nur deswegen so nennen, weil sie allgemein von den Menschen so genannt werden, obwohl diese Bezeichnung auf sie nicht eigentlich zutrifft, kommen nicht auf die Erde. Die Engel, die zum Dienst auf die Erde gesandt werden, sind in 99 von 100 FÀllen einstige Erdenmenschen, die in die höheren Stufen der Himmel emporgestiegen sind.

Die erste Stufe

So nahe die erste Stufe dem Bereich der Erde liegen mag, so gehört sie doch zum Himmel und nicht zur Erde. Die VerhĂ€ltnisse dort sind denen auf der Erde sehr Ă€hnlich und doch liegt diese Welt schon hoch ĂŒber der ErdensphĂ€re. Als unterster Bezirk des Himmels ist sie auch sofort zu unterscheiden vom Geisterreich, dem Hades oder Scheol der Bibel, das als bloßes jenseits zur Erde angesprochen werden muss. Erde und Geisterland stehen in inniger Verbindung zueinander. Ein Mensch, der sich in seinem Inneren nicht von der Erde trennen kann, bleibt ihr auch nach dem Tode verbunden und verfallen. Von hier nehmen leider die allermeisten Menschen ihren Weg nicht nach oben sondern nach unten in Welten, die wir dir lieber nicht nĂ€her beschreiben wollen. Wer aber ein höheres Verlangen in sich trĂ€gt, der schreitet meist zur ersten Stufe des Himmels empor. Man könnte die erste Stufe mit ihren vielen untereinander verschiedenen SphĂ€ren eine idealisierte Erde nennen. Es gibt Wohnungen, Kleider, Einrichtungen usw. Das ganze Dasein trĂ€gt noch durchaus irdisches GeprĂ€ge, nur ist alles schöner und besser als bei euch. Ein Himmel, wie ihn sich manche Menschen unter gĂŒnstigen UmstĂ€nden etwa auf Erden selbst schaffen. Und doch ein merklicher Unterschied, weniger nach außen als nach innen. Alle Bewohner dieser Welt tragen einen gewissen einheitlichen Grundzug und das ist die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit der Gesinnung. Menschen mit einem guten und ehrlichen Willen, bieder und rechtschaffen finden den Eingang. Heuchler werden an den Toren abgewiesen. Aufrichtigkeit ist fĂŒr den Eingang in die erste Stufe eine unerlĂ€ssliche Bedingung. Hierinnen gibt es keine Nachsicht, kein Verhandeln und auch keine Ausnahme. Der ehrliche Wille zur Rechtschaffenheit muss vorhanden sein. Im ĂŒbrigen freilich sind alle Bewohner der ersten Stufe noch ziemlich unreife und unfertige Menschen. Das zeigt sich vornehmlich in ihrem Verkehr untereinander. Auffallend sind besonders die starken GegensĂ€tze der Auffassungen und Meinungen. Jeder bringt seine Ansichten von der Erde hier mit und behĂ€lt sie bei. Viele vertreten ihre besonderen Meinungen mit grĂ¶ĂŸter Heftigkeit und hĂ€ngen mit einer geradezu fanatischen Glut am Buchstaben. Die Gleichgesinnten finden sich zusammen und bestĂ€rken sich gegenseitig in ihren Ansichten. Einzelne Gruppen trennen sich stark voneinander ab und nehmen eine Haltung ein, die an Ketzerrichterei auf Erden erinnert. Zwar sind diese Himmelsbewohner im allgemeinen charakterlich vertrĂ€glicher als die Erdenbewohner, aber die Weltanschauungsfragen und religiösen Ansichten und die GegensĂ€tze von der Erde her bestehen unvermindert weiter. Gar viele glauben, es ihrem Gewissen und ihrem Gott schuldig zu sein, wenn sie gegen andere Anschauungen ankĂ€mpfen, aber der treibende Grund ist nicht Gott, sondern ein ungöttlicher Selbstwille. Der Eigensinn und das Selbstleben, der Wille zur Selbstgeltung ist von der Erde lebendig geblieben und sucht nach wie vor durch fromme Redensarten vor Entdeckung zu schĂŒtzen Besonders auffĂ€llig sind in jenen SphĂ€ren die kirchlichen GegensĂ€tze. WĂŒrdest du einem Gottesdienst hier beiwohnen, der in gleicher Weise wie auf Erden stattfindet, so könntest du, wie auf Erden, scharfe Angriffe auf anders Denkende hören. Man spart selbst nicht mit Verdammungsurteilen. Alle, die auf Erden scharfe Urteile ĂŒber andere zu fĂ€llen pflegten, tun es auch hier. Man ist von gegenseitiger Duldung und Liebe noch weit entfernt. Da die einzelnen Gruppen Gleichgesinnter sich zu neuer Lebensgemeinschaft verbinden, herrscht in diesem Kreis selbst Friede und da man sich sonst weit aus dem Weg gehen kann, da der Raum viel viel grĂ¶ĂŸer ist als bei euch auf Erden, gibt es nicht so viele ReibungsflĂ€chen und die Kriege gegeneinander werden seltener, je lĂ€nger diese Menschen diese SphĂ€re bewohnen. Aber auch wenn durch

gegenseitiges Meiden der Kampf der Meinungen schließlich nachlĂ€sst, so ist das doch lange keine Einigkeit, kein Friede. Man bleibt sich in den verschiedenen Gruppen und SphĂ€ren fremd. Die Katholiken verfechten nach wie vor die AlleingĂŒltigkeit der katholischen Kirche. Strenge Lutheraner lehnen nach wie vor jede Abendmahlsgemeinschaft mit Andersgesinnten ab.

Methodisten, Baptisten usw. freuen sich, wieder schön untereinander zu sein und so lebt jeder Kreis gesondert. FĂŒr die Aufnahme in die erste Stufe spielt die kirchliche und religiöse Auffassung eine sehr geringe Rolle. Ob einer als Christ kommt oder als Jude, als Muselmann oder als Heide, das hat wenig zu sagen. Die Aufrichtigkeit des Charakters allein ist ausschlaggebend. Sie bildet fĂŒr höhere Engel ein großes Missionsfeld. Lehrer aus höheren Stufen steigen hernieder, um die Bewohner zu belehren und zum Aufstieg in höhere Stufen vorzubereiten. Aber ihre Arbeit ist nicht leicht. Sie finden meist wenig Gehör und noch wenig Zustimmung. Die klugen Menschen wissen leider sehr viel, halten sich fĂŒr klĂŒger als die Lehrer aus höheren Welten und bleiben in ihren IrrtĂŒmern gefangen. Bei aller Aufrichtigkeit sind die meisten Menschen Ich-Menschen, die sich selbst zum Maßstab aller Dinge machen, so dass auch ein Engel bei ihnen nichts ausrichten kann. Ihr Inneres reicht wohl fĂŒr die unterste Himmelsstufe, aber nicht weiter hinauf. Im ĂŒbrigen nehmen diese Bewohner an allem irdischen Geschehen lebhaften Anteil. Alle irdischen VorgĂ€nge werden von ihnen mit grĂ¶ĂŸtem Interesse verfolgt. Die Erde ist ihnen viel wichtiger als der Himmel ĂŒber ihnen.

Gibt es doch auf der Erde auch noch bessere Gelegenheiten, den verbissenen Streitkopf wieder einmal ordentlich zur Geltung zu bringen und das irdische Wollen neu zu betĂ€tigen. Die Erde wirkt auf diese Menschen noch ungemein stark ein, so dass viele zur Erde niedersteigen und hernach den RĂŒckweg in ihre SphĂ€re nicht mehr finden können. So wird die Schar der verirrten und verlorenen Geister stĂ€ndig durch Zuzug, selbst aus dem Himmel, das heißt aus der untersten Stufe des Himmels vermehrt. Aber nicht nur der Einfluss der Erde, sondern auch der der Hölle ist auf dieser Stufe sehr deutlich spĂŒrbar. Der finstere Hauch der Unterwelt dringt noch ein und der Teufel weiß in jenen SphĂ€ren noch ziemlich gut Bescheid. Wenn ihm auch von starken Engeln gewehrt wird, so reißt er doch manchen wieder mit sich in den Abgrund, der ihm entrĂŒckt schien. Wer auf dieser Stufe nicht ernstlich betet und wacht, ist nicht weniger in Gefahr, zu fallen und zu verderben, als auf Erden selbst. Alles berufliche Schaffen, kĂŒnstlerische, kulturelle Bestrebungen der Menschen auf der Erde werden von der ersten Stufe aus mit der grĂ¶ĂŸten Hingabe unterstĂŒtzt. Das ist so recht die Welt der Techniker und Ingenieure, die die Erde erobern und hier Großes schaffen wollen. Der Segen, der dem Menschengeschlecht aus dieser stillen Mithilfe zufließt, ist gar nicht zu berechnen und gehört zu der göttlichen Hilfe, die der Höchste dem Menschen auf allen Lebensgebieten zuteil werden lĂ€sst. Die meisten Menschen sind hier mit ihrem Los sehr zufrieden. Sie wĂŒnschen sich gar keine andere, höhere Welt. Die anfĂ€nglich noch bestehenden Lebensnöte, Krankheiten und Leiden verschwinden. Es gibt nicht mehr den lĂ€stigen Kampf ums Dasein, der so bald mĂŒde macht und nach einer besseren Welt ausschauen lehrt. Man hat, was man braucht in reicher FĂŒlle, was will man mehr? Höher hinauf reichen die WĂŒnsche nicht. Man wohnt ideal, ist unter gleichgesinnten Freunden in einer Natur, die weit mehr Schönheiten und Annehmlichkeiten bietet als die Erde.

Warum dann nicht zufrieden sein und alles weitere Streben und Wollen aufgeben? Man arbeitet ganz nach Wunsch, pflegt heitere Geselligkeit, man hat es gut und schön wie niemals auf Erden. Also, seien wir doch endlich zufrieden! Das ist der Ton, auf den die meisten Menschen ihre Seele gestimmt haben. Dennoch lebt auch in jenen Menschen noch eine Hoffnung auf eine bessere Welt und Zeit. Obwohl zufrieden, sind sie doch im tiefsten Innern noch nicht ganz zufrieden und die schlummernde Sehnsucht wird zu einem Faktor, der den Menschen auch dort in einer gewissen Unruhe hÀlt. Man singt und trÀumt vielfach davon, wie schön es doch einst auf Erden war. Alle Dunkelheiten des Erdenlebens sind so gut wie vergessen und die Lichtseiten strahlen in der Erinnerung umso heller auf. Wenn der Mensch ehrlich will, findet er sehr wohl die Hilfe, um dem tiefsten Zug seines Herzens zu folgen und höheren Welten zuzustreben.

Die zweite Stufe

In den SphĂ€ren der zweiten Stufe hat sich die Starrheit der religiösen Denkweise und der persönlichen Voreingenommenheit etwas gelockert, aber ĂŒberwunden ist sie auch dort noch nicht. Das Dasein unterscheidet sich nicht sehr wesentlich von dem auf der ersten Stufe, nur ist im Vergleich zu den oben noch recht menschlichen und irdischen ZustĂ€nden dieser Stufe immerhin ein merklicher Fortschritt zu erkennen. Als den herrschenden Grundzug der Bewohner der ersten Stufe haben wir den Willen zur Wahrheit und die unbedingte Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit der Gesinnung kennengelernt. Zu diesem Charakterzug kommt in der zweiten Stufe noch ein weiterer hinzu und das ist der Wille zur Gerechtigkeit Man will seinem NĂ€chsten wirklich Gerechtigkeit widerfahren lassen. Die Kritik an anderen Menschen ist nicht mehr so scharf, man hĂ€lt mehr zurĂŒck und wird sich dessen bewusst, dass man am Ende sich selbst schĂ€digte. Man kommt langsam zum Bewusstsein seiner Pflicht gegen den NĂ€chsten und mancher lernt hier einsehen, dass die Ursache vieler Verstimmungen, unter denen er litt, nicht in anderen, sondern in der eigenen Brust gesucht werden muss. Das Licht der Selbsterkenntnis beginnt zu tagen und dadurch löst sich ein fruchtbarer Bann, der das Leben vieler Menschen unglĂŒcklich und unfruchtbar machte. Über kein Thema wird in den SphĂ€ren der zweiten Stufe so oft gepredigt, wie ĂŒber das der Versöhnlichkeit. Man erkennt nach und nach, dass der Friede des Himmels nicht darin besteht, dass man, wie auf der ersten Stufe, sich sorgfĂ€ltig aus dem Wege geht, sondern dadurch, dass man den Weg zu seinem Bruder findet und die von langem her bestehenden Spannungen bereinigt. Es ist noch nicht soweit, dass man schon alle Differenzen beseitigt hat, aber das Bewusstsein ist ein anderes geworden. Gar viele strĂ€uben sich mit aller HartnĂ€ckigkeit noch gegen den Gedanken, sich nun einmal vor dem anderen zu beugen, aber sie werden bestĂ€ndig an diese Aufgabe erinnert. Wer im Grunde seines Herzens unnachgiebig und unbeugsam bleibt, wer die SelbstdemĂŒtigung nicht fertigbringt, der vermag das Licht der zweiten Stufe auf die Dauer nicht zu ertragen, es ist zu helle und die Erkenntnis der persönlichen Pflicht gegen den anderen ist so zwingend, dass sich ihr niemand entziehen kann. Gott deckt dort jedem das eigene Herz unnachsichtig auf und es kommt darauf an, ob er Gott die Ehre gibt, oder ob er in seinem starren Sinn verharrt. Wer sich nicht beugt vor seinem Bruder, der fĂ€llt von selbst wieder in die SphĂ€ren der ersten Stufe zurĂŒck, wenn sein Weg nicht noch tiefer hinabgeht. Ein Aufstieg in höhere Welten ohne grĂŒndliche Bereinigung des Hasses im Menschenherzen und der furchtbaren HartnĂ€ckigkeit alter böser niederer Neigungen ist nicht möglich, darum lĂ€sst sich wohl denken, dass viele den Weg der SelbstdemĂŒtigung und LĂ€uterung nicht gehen wollen und wieder zurĂŒckfallen, obwohl sie von dem Leben der höheren Welt schon einen Vorgeschmack bekommen haben. Die zweite Stufe ist der Ort völliger Reinigung. Nicht ein Fegefeuer im katholischen Sinn, sondern eine Himmelsstufe mit der Möglichkeit einer völligen Umstellung des ganzen Wesens nach göttlichem Bilde. Hier helfen keine BemĂŒhungen mehr, schadhafte Stellen des Seelenlebens durch fromme Pflaster zu verkleistern. SelbsttĂ€uschung und frommes Theaterspielen werden einfach unmöglich. Die Wirklichkeit tritt unverhĂŒllt hervor und fordert gebieterisch ihr Recht. Gott redet eine unverblĂŒmt deutliche und schonungslose Sprache und deckt das Verborgene ohne Erbarmen auf. Was der Mensch in törichter Selbstverblendung sich selbst verbarg, was er niemals sehen und zugeben wollte, hier muss es ans Licht. Auch die letzten Reste von Stolz, Eitelkeit, Eigenwillen, Lieblosigkeit und niederer Gesinnung werden erfasst. Alles liegt bloß und offenbar vor dem ganzen Himmel. Man könnte die zweite Stufe die Welt der göttlichen Entscheidungen und Gerichte nennen, den Ort letzter PrĂŒfung fĂŒr den weiteren Aufstieg nach oben, durch den viele nicht hindurch können, da sie nicht gewillt sind, die letzten Reste ihres ungöttlichen Wesens wirklich von sich abzustreifen und sich ganz durchheiligen zu lassen. Von den ungezĂ€hlten Millionen der ersten Stufe hatten mehr als die HĂ€lfte die zweite Stufe einmal erreicht, sind aber von dem Licht jener Welt, dem sie sich nicht erschließen wollten, wieder zurĂŒckgeworfen worden in untere Bezirke. Neben dem hohen Gerechtigkeitssinn, der die Bewohner der zweiten Stufe auszeichnet, wird dir noch ein anderer Grundzug auffallen: Die völlige

Unterordnung unter einen höheren Willen, die allerdings in diesen Bereichen auch erst gelernt werden muss. Eine nicht ganz leichte Lektion ist die völlige Disziplinierung des inneren und des Ă€ußeren Daseins. Ganze Scharen von Lehrern aus höheren SphĂ€ren geben Unterricht und der Wille zum Lernen ist hier ausgeprĂ€gter als in der ersten Stufe. Die inneren Schwierigkeiten, mit denen viele noch zu kĂ€mpfen haben, sind nicht gering. Aber die göttlichen Forderungen stehen jederzeit mit unwiderstehlicher Klarheit vor jeder Seele. So widersinnig es dir erscheinen mag, ist es doch eine Tatsache, dass das Leben auf der ersten Stufe verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ruhiger und friedlicher verlĂ€uft als auf der zweiten Stufe. In den untersten SphĂ€ren ĂŒberlĂ€sst Gott den Menschen zunĂ€chst sich selbst und hilft ihm vorerst ĂŒber seine Leiden und Nöte hinweg, damit er von der Unruhe der Erde her erst einmal zur Ruhe kommt. Aber auf der zweiten Stufe setzt der himmlische Unterricht und die Wirkung des göttlichen Lichtes mit solchem Nachdruck ein, dass sich niemand dagegen verschließen kann. Die bis dahin noch unterbliebene Reinigungsarbeit muss unbedingt in Angriff genommen werden und das bringt ĂŒber den Menschen mehr Unruhe als ihm lieb ist. Das Gras, das nach der Meinung mancher Menschen ĂŒber gewisse Angelegenheiten gewachsen ist, wird dort bis auf die verborgensten Wurzeln ausgebrannt und von ungeklĂ€rten VerhĂ€ltnissen wird auch der letzte und dĂŒnnste Schleier hinweg gezogen. In den beiden unteren Stufen wirkt sich Gottes Gnade und GĂŒte in hohem Maße aus, Ă€hnlich wie auf der Erde und doch stehen alle Bewohner zugleich dauernd unter göttlichem Gericht. Jedermann muss einmal vor dem höchsten Richterthron erscheinen, um hier sein Urteil zu empfangen, gleichviel, wohin er dadurch gewiesen werden mag. Das Gericht der Reinigung zieht sich vielfach sehr lange hin, so lange, bis die innere Reinigung tatsĂ€chlich erfolgt ist. Ein Prozess, bei dem es nicht ohne Schmerz und harte Anstrengungen abgeht, bei dem gleichsam noch eine Entscheidung des Menschen stattfindet, es sei fĂŒr die Welt des Lichtes ĂŒber ihm oder fĂŒr das Reich der Finsternis unter ihm. Stelle dir aber eine solche LĂ€uterung nicht so leicht vor. Du weißt aus persönlicher Beobachtung sehr wohl, wie schwer der Mensch das göttliche Licht in sich aufnimmt, wie tief auch die sogenannten Frommen noch in Selbstbetrug und verkehrten Meinungen stehen, wie schwer auch der Christ seine Fehler zugibt. Auf der ersten Stufe ist jedenfalls diese Erkenntnis und diese Reinigung leichter, als in den SphĂ€ren der zweiten Stufe.

Nicht wenige bleiben hier Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende hindurch in ununterbrochenem Widerstreit der Empfindungen stecken, können und wollen die letzte Entscheidung, das schwerste Selbstgericht nicht ĂŒber sich ergehen lassen. Sie ringen und beten, klagen und weinen, sie geben sich nach ihrer Meinung alle erdenkliche MĂŒhe und doch bleiben sie gebunden, da sie vor der eigentlichen Beugung noch zurĂŒckschrecken. Gewiss sind sie nicht fortgesetzt in gleicher Unruhe, es kommen auch Zeiten, in denen sie verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ruhig erscheinen, aber solange die letzten Reste des Ichlebens nicht wirklich ausgerottet sind, bleibt der seelische Krankheitsherd bestehen und das Übel bricht von Zeit zu Zeit immer mal wieder auf. Solch ein Leben ist auch ein Himmel, aber was fĂŒr einer? Wie könnte dich ein solcher Zustand reizen? Der wahre Friede liegt nur in der völligen Reinigung und in der Vollendung des inneren Weges nach dem Willen des Herrn. Dauernd zwischen Furcht und Hoffnung schwanken, bald im Frieden leben und dann wieder von schweren Anfechtungen gepackt werden, das ist noch lange keine Seligkeit, auch wenn man im Himmel lebt.

Die dritte Stufe

Nur wer die PrĂŒfung der zweiten Stufe erfolgreich bestanden hat, findet die TĂŒr zur dritten Stufe geöffnet, andernfalls kann er suchen, wie er will, er wird sie niemals finden. Denn auch dort mĂŒssen die TĂŒren zur höheren Welt immer erst im Menschen selbst aufgehen, ehe sie sich fĂŒr ihn nach außen öffnen können. In der dritten Stufe betreten wir die Welt, in der der Hass und die auf Erden so weitverbreitete Lieblosigkeit ĂŒberwunden sind. Hier sind die Bindungen an dunkle MĂ€chte gelöst und der Einfluss der Hölle wird ausgeschaltet. Jedermann hat das richtige VerhĂ€ltnis zu seinen Mitmenschen gefunden, auch zu denen, die ihm im Leben mit Hass, Neid, Undankbarkeit

usw. begegneten, die einst offenbares Unrecht an ihm verĂŒbten, Zu jenen Toren geht niemand ein, der seinem NĂ€chsten und seinem erbittertsten Feind nicht von ganzem Herzen vergeben hat. Nicht nur, dass die Pflicht zum Vergeben erkannt wird, sondern das Vergeben auch tatsĂ€chlich erfolgt.

Hier geht aber auch keiner ein, der jemals seine Mitmenschen beleidigte, ihnen Schaden zufĂŒgte, ohne ihnen eine ausreichende Genugtuung geleistet zu haben. Auch die SchĂ€den mĂŒssen wieder gutgemacht werden, die ein Mensch nicht erkannte und vielleicht auch nicht erkennen wollte, die aber dennoch Tatsache waren und vor Gott dauernd gegen ihn aufstanden und Genugtuung forderten. Alle von der Erde noch bestehenden Differenzen sind bis auf die Wurzel behoben und an die Stelle des Hasses ist Vergebung und hilfsbereite Liebe getreten. Der gewaltige Kampf, der in den beiden unteren Stufen noch in mancher Brust tobte, ist beendet und die Gesinnung Jesu, der göttliche Geist, hat gesiegt. Was dieser endliche Sieg ĂŒber das Böse bedeutet, kannst du von der Erde aus kaum ermessen. Der Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis, ist doch ungeheuer schwer. Das sich ĂŒber die SphĂ€ren der dritten Stufe ein ganz unaussprechlicher wohltuender Friede breitet, wirst du als eine SelbstverstĂ€ndlichkeit empfinden. Ein Friede, der das Herz und das ganze Leben mit einer ungeahnten Freude durchdringt. Die seelischen StĂŒrme der unteren Stufen sind zur Ruhe gekommen und ihre kleinen Nachwehen haben nicht mehr die Kraft, den Frieden der dritten Stufe zu stören. Hier, wo alle Bewohner den Weg zueinander gefunden haben, werden vielfach VerbrĂŒderungsfeste gefeiert, bei denen die Wogen der Freude das ĂŒberglĂŒckliche Menschenkind schier zu verschlingen drohen. Endlich ist aller Zwist, alle Spannung ĂŒberwunden und die TrĂ€nen der Freude ergießen sich reichlicher als jemals die der Trauer und des Leidens. Den innerlich wahrhaft erlösten Menschen ĂŒberfĂ€llt ein jauchzen, dass er wie ein ĂŒbermĂŒtiges Kind hĂŒpft und springt. Das große Friedensreich ist angebrochen und die irdisch schönen Bilder mit dem Löwen und dem Lamm auf der Weide oder dem SĂ€ugling am Loche der Otter, reichen noch lange nicht aus, das Leben in jenen SphĂ€ren so anschaulich zu machen, wie es in Wirklichkeit ist. Die LĂŒfte sind wunderbar mild und der Odem Gottes in der Natur umfĂ€chelt das menschliche GemĂŒt so wunderbar und so beglĂŒckend, wie das Leben, auch im allergĂŒnstigsten Fall, auf der Erde es niemals bieten konnte. Die biblischen Verheißungen haben ihre ErfĂŒllung gefunden und zwar viel höher und herrlicher, als es sich der bibeltreueste Erdenmensch jemals in seinen kĂŒhnsten TrĂ€umen ahnen ließ. Hier quillt auch der von vielen Menschen sehnsuchtsvoll ertrĂ€umte Jungbrunnen, dessen Wasser sowohl die innere als auch die Ă€ußere Erscheinung des Menschen verjĂŒngt. Körperliche Gebrechen sind gĂ€nzlich verschwunden, ebenso die Wirkungen von Krankheit und Alter. Der Mensch wird wieder jung, wie er in seinen schönsten Erdenjahren nicht gewesen ist. Alte abgelebte Greise und Greisinnen blĂŒhen in jugendlicher Frische und Schönheit auf. Die von harten Sorgen und Leiden schwer bedrĂŒckte Mutter, die einst ihre Körperkraft weit ĂŒber normales Maß hinaus an ihre Kinder hat abgeben mĂŒssen, wird zur blĂŒhenden Jungfrau in unbeschreiblicher Anmut und Lieblichkeit. Sie alle sind eingegangen in das Land der ewigen Jugend und je höher nun der Mensch emporreift, desto jugendlicher und lieblicher wird seine Erscheinung. Die Wirkung dieser fortschreitenden VerjĂŒngung auf das GemĂŒt lĂ€sst sich gar nicht beschreiben. Der Mensch fĂŒhlt sich tatsĂ€chlich neu geboren und die Freude ĂŒber die Erneuerung seines Wesens wird mit der Zeit immer grĂ¶ĂŸer. Sein Herz schlĂ€gt so froh, wie es noch nie geschlagen, die Augen leuchten in einem Glanze, wie sie niemals auf Erden leuchten konnten, die Stimme klingt so lieblich und melodisch, wie sie kein SĂ€nger auf Erden hat und der Gang ist so frei und leicht beschwingt, wie nur jemals in den schönsten TrĂ€umen. Hier brechen die Quellen der Freude auf, die im Erdenleben nicht selten verschĂŒttet bleiben und der Mensch findet endlich das Leben, das er im Grunde von Jugend auf gesucht, wenn er es auch nicht kannte. Du wirst bei der Erkenntnis des himmlischen Lebens dir sehr wohl vorstellen können, dass in jener Welt fleißig Körperpflege getrieben wird. Der schöne Körper, die liebliche Ă€ußere Erscheinung wird mit Bewusstsein und Hingabe gefördert. Nicht, wie meist auf Erden, bei gleichzeitiger VernachlĂ€ssigung des Inneren. Im Himmel herrschen in gar vieler Hinsicht ganz andere Gesetze wie auf Erden. Wer sein Inneres recht sorgfĂ€ltig pflegt, wer ernstlich darauf bedacht ist, immer besser,

edler und reiner zu werden, der wird auch in seiner Ă€ußeren Erscheinung immer schöner. Aber trotzdem achtet jeder auf sein Ă€ußeres Wesen und tut zu seiner Förderung, was ihm möglich ist. In jenen Welten hat man dafĂŒr Interesse und auch Zeit. Niemand ist mehr durch harte Berufspflichten gebunden und gehindert, sich auch um seine Ă€ußere Erscheinung zu kĂŒmmern. Doch geschieht das nur zur Ehre und Verherrlichung des Schöpfers und in dem Bewusstsein, dass auch das Ă€ußere Wesen, wie das innere, etwas Göttliches darstellt. Im Himmel ist nichts nebensĂ€chlich. Im Grunde ist das auch auf Erden so Ă€hnlich, nur kommt das den wenigsten Menschen zum Bewusstsein, zumal das Schöne in den meisten FĂ€llen durch das Niedere verzerrt und in sein Gegenteil verkehrt wird. Die wunderschönen Kleider himmlischer Bewohner sind dir schon immer aufgefallen.

Werden sie auch dem Menschen jeweils nach seiner Reife und WĂŒrdigkeit geschenkt, so legt der einzelne doch auch auf sein Kleid große Sorgfalt. Man badet fleißig, besonders aber pflegt man Haar und NĂ€gel. Auf der dritten Stufe erhĂ€lt jeder den auch fĂŒr das himmlische Leben unbedingt nötigen Ă€ußeren Schliff. Mancher kommt in diese Welt, innerlich wohl zubereitet, gutmĂŒtig und fromm, aber in seinen Ă€ußeren Manieren grobschlĂ€chtig und ungeschickt. Soll er sich nun in der vornehmen Welt jener Welt wohlfĂŒhlen und bewegen können, so muss er auch Ă€ußerlich nachgeschliffen und zubereitet werden. Es kommt gewiss nicht auf die Ă€ußere Politur an, aber ein allgemein gĂŒltiges Gesetz im Himmel verlangt, dass der Mensch sowohl nach außen als nach innen von edelster Beschaffenheit und Bewegung ist. Der Mangel an guten Ă€ußeren Formen ist niemals ein Grund, den Menschen von jenen SphĂ€ren fernzuhalten. Aber seine Frömmigkeit macht auch die Schulung seines Ă€ußeren Wesens nicht ĂŒberflĂŒssig. Alles an ihm wird so gestaltet, dass es lieblich ist und wohl lautet. Der einstige Kampf der Meinungen, der noch auf der zweiten Stufe so heftig tobte, ist zwar auf der dritten noch nicht ganz ĂŒberwunden, aber er ist nicht mehr Kampf, sondern ein freundschaftliches Geplauder, Der Einzelne hĂ€lt nach wie vor fest an seinen besonderen Auffassungen, aber er versucht doch, den anderen zu verstehen, anstatt, wie, vorher, ihn zu bekĂ€mpfen. Endlich hat der Geist brĂŒderlicher Duldung gesiegt. Es gibt keine Ketzerrichtung mehr und keine eingebildeten Vielwisser, die sich fĂŒr klug und den anderen fĂŒr dumm halten. Mit dem EigendĂŒnkel sind viele bitteren Wurzeln verschwunden, die das Zusammenleben zur Qual und Not gestalteten. Jeder darf denken, wie er will, aber es lĂ€sst auch jeder den anderen denken, wie er will. Das ist zwar noch kein ganz hoher Stand, aber gegenĂŒber den VerhĂ€ltnissen auf der Erde und selbst noch dem Zustande auf der ersten und zweiten Stufe doch schon ein ganz erheblicher Fortschritt. Je weiter die Bewohner des Himmels in der brĂŒderlichen Liebe vorwĂ€rtsschreiten, desto mehr entdecken sie zu ihrer Bewunderung, dass im Grunde alle menschlichen Anschauungen sich um einen Wahrheitskern gebildet haben, auch wenn sich diese bisweilen gegenseitig aufzuheben scheinen. Man entdeckt ferner, dass die ewige Wahrheit einem Berge gleicht, den kein Mensch in seiner ganzen Ausdehnung zu ĂŒbersehen vermag. Jeder sieht nur immer einen kleinen Ausschnitt und zwar immer nur von dem Standpunkt aus, den er jeweils einnimmt. Diese Ausschnitte sind unter sich verschieden und doch zeigen sie alle ein StĂŒck von demselben Berge. Es ist immer derselbe Berg der Wahrheit, auch wenn die Anschauungen noch so weit auseinander gehen mögen. Je höher aber der Wanderer auf dem Berge der himmlischen Welten empor schreitet, desto deutlicher ĂŒbersieht er das Ganze und desto unwichtiger erscheinen ihm all die kleinlichen Meinungsverschiedenheiten und desto unsinniger der Streit. Im wundersamen Frieden springen die Quellen der Seele auf. Dort, wo die landschaftlichen und klimatischen VerhĂ€ltnisse eine einzige Quelle der Freude und Wonne bilden, wo allezeit ein milder Sommer ĂŒber Wald und Flur leuchtet, wo alle körperlichen Beschwerden ĂŒberwunden sind und der Verkehr mit anderen Menschen sich ohne Spannung und Not regelt, da werden KrĂ€fte wach in mancher Brust, von denen die meisten selbst nichts wussten. Hier befinden wir uns so recht im Lande der Denker und Dichter, der KĂŒnstler und der Gelehrten, die mit Aufbietung grĂ¶ĂŸter Denkkraft die ewigen Geheimnisse des Lebens zu ergrĂŒnden suchen und dazu den Forschern auf der Erde beistehen. Wenn die menschliche Wissenschaft gegenwĂ€rtig auf verschiedenen Gebieten eine ganz erstaunliche Höhe erreicht, so ist das weniger dem Verdienst der Menschen, als dem Einfluss der Denker auf der dritten Stufe

zuzuschreiben, die bei allen Erfolgen der menschlichen Geistesarbeit entscheidend mitgewirkt haben. Und wenn die Menschen ihre Erfolge ihrer eigenen Kraft und TĂŒchtigkeit zuschreiben, so hindert das die menschlichen Helfer nicht im geringsten, ihnen dennoch immer wieder ihre Dienste zu leihen. Ihnen ist mit dem Werke selbst gedient. Ehre und Anerkennung suchen sie nicht. Eine besondere Höhe erreicht auf dieser Stufe die Kunst der Töne. Die Meister der Musik arbeiten hier auf ihrer Bahn weiter und können deshalb von hier aus allen Menschen, die mit Ernst die Musik pflegen, zur Seite stehen. Ich wĂŒnsche dir, du könntest einmal ein himmlisches Sinfonieorchester oder Orgelkonzert hören, bei denen eure bekannten Meister, wie Bach, Beethoven, HĂ€ndel, Mozart und andere mehr, den Stab oder das Instrument fĂŒhren, du wĂŒrdest wohl aus einer EntzĂŒckung in die andere fallen. Dereinst wird dir das in reichster FĂŒlle geschenkt werden.

Die vierte Stufe

Das Leben auf der vierten Stufe ist eine geradlinige Fortsetzung alles dessen, was du auf der dritten Stufe findest, nur ist alles unendlich schöner und gewaltiger. Das Licht erreicht eine fĂŒr menschliche Vorstellung ganz unerreichbare StĂ€rke. Die Materie scheint geradezu ĂŒberwunden, denn sie ist in unbeschreiblich wunderbarer Weise zum LichttrĂ€ger geworden. Alles, was du siehst, leuchtet lieb und mild und doch strahlt Licht aus Menschen und Tieren, Pflanzen und Stein, Baum und Strauch, Blumen und Sand, alles, alles leuchtet. Die HĂ€user erscheinen wie von Kristall, die DĂ€cher mit Gold ĂŒberzogen, in denen sich das Licht des Himmels unbeschreiblich spiegelt. Wohin das Auge auch blicken mag, ĂŒberall ist mĂ€rchenhafte Schönheit. Höhere Erkenntnis, völlige Reinigung, unbedingter Gehorsam und unerschĂŒtterliche Festigung und Treue, das sind die tragenden GrundsĂ€tze der vierten Stufe. Auch die feinsten höllischen Ausstrahlungen sind hier ausgeschlossen. Keine niederen KrĂ€fte reichen in jene Höhen hinauf. Du findest keine Spur mehr von Hass und Rache, von Ichsucht und Bitterkeit. Das Böse kann jenen Bewohnern nicht mehr anhaften. In jenem Lichte wĂ€re sofort auch die geringste Regung des Herzens offenbar und damit vor aller Augen gerichtet. Lehrstreitigkeiten, die auf der dritten Stufe noch in freundschaftlichem Ausklang erklangen, sind hier eine Unmöglichkeit, wie einem Mathematiker ein Streit ĂŒber einen allgemein anerkannten mathematischen Lehrsatz. Dort sind alle in der Erkenntnis so weit gereift, dass man ĂŒber verschiedene Meinungen nicht mehr spricht. Wohl gibt es auch noch Fragen und RĂ€tsel, ĂŒber die sich der einzelne seine besonderen Vorstellungen macht, aber diese treten so weit zurĂŒck, dass man sehr wenig davon merkt und ĂŒber Fragen, die einst die GemĂŒter in heftige Wallung brachten, ist man sich ganz einig geworden, wie die Natur, ĂŒber die sich nach heftigen StĂŒrmen lieblicher Sonnenschein breitet. Am meisten dĂŒrfte dir in den SphĂ€ren der vierten Stufe der unbedingte Gehorsam gegen die höhere FĂŒhrung auffallen. Den Boten des Herrn aus den höheren SphĂ€ren leistet alles widerstandslos Folge. Ohne willigen Gehorsam gegen deren Anweisungen könnte niemand in jener Welt verbleiben. Gehorsam ist die große Lektion, die der Mensch schon auf Erden lernen könnte und sollte, die aber von den wenigsten wirklich erlernt wird. Auch die Frömmsten und Besten bringen es in diesem StĂŒck nicht so weit, wie sie es bringen könnten. Ihr Erdenmenschen seid gegen Gottes Wort und Geist viel zu unaufmerksam, lasst euch von starken EindrĂŒcken nur allzu leicht irreleiten und der Feind, der jeden andauernd zum Ungehorsam zu verleiten sucht, hat meist sehr leichtes Spiel. Einmal aber muss der reine Gehorsam doch gelernt und bewiesen werden. Was in den 3 unteren Stufen noch nicht gelungen ist, das wird endlich auf der vierten erreicht. Die FĂ€lle sind freilich nicht selten, dass ein Bewohner der vierten Stufe der tief eingeïŹ‚eischten Neigung zum Ungehorsam, die immer noch anhaftet, nachgibt. Aber damit spricht er sich selbst das Urteil. Sofort erscheint ein höherer FĂŒhrer und weist ihn in die dritte Stufe zurĂŒck. Es ist ein unbedingtes Gesetz, dass niemand in der vierten Stufe verbleiben darf, der von dem Wege unbedingten Gehorsams abweicht und dieses Gesetz erleidet keine Ausnahme.

Den Vertretern des Herrn aus den höheren Stufen gegenĂŒber gibt es schlechterdings keinen Widerspruch. Völliger Gehorsam ist ĂŒberall und stets die Voraussetzung alles Seins; nicht in blinder Unterwerfung, sondern in freudigster Zustimmung. Denke dir ja nicht, mein Freund, dass dieser Gehorsam immer sehr leicht sei. Auch die himmlischen Bewohner haben ihre Neigungen, WĂŒnsche, Bitten. Sie dĂŒrfen mit allen WĂŒnschen zu Gott kommen. Aber es werden ihnen nicht alle erfĂŒllt.

Gott schlĂ€gt auch da manche Bitte ab. Und dann zeigt sich immer, ob einer wirklich heimlichen Widerwillen nĂ€hrt, der macht sich selbst den Aufenthalt in jenen SphĂ€ren unmöglich. Wenn du nicht von Herzen zu deinem Gott ja sagen kannst, auch wo er gegen deine WĂŒnsche handelt, wenn du dich nicht wirklich selbst verleugnen kannst, um alles fĂŒr deinen Gott zu sein und zu tun, kannst du nicht in jene Welt kommen. Selbstverleugnung und SelbstĂŒberwindung ist eine Lektion, die man unbedingt gelernt haben muss, um dort weiterzukommen. Und zwar eine solche Hingabe an Gott, dass es deiner Freude und Freudigkeit keinen Abbruch tut, wenn er ein schweres Opfer von dir verlangt. Gar mancher Mensch ließe sich die Herrlichkeiten und Schönheiten des Himmels gerne gefallen, ist aber nicht bereit, die Voraussetzungen dazu zu erfĂŒllen. Das Leben in jenen SphĂ€ren und diese ganze Herrlichkeitswelt ist nur möglich auf dem Boden treuesten Gehorsams. Sie wĂŒrden ohne diesen in sich zusammenstĂŒrzen, wie ein Haus, dem das Hochwasser die Fundamente unterspĂŒlt. Gar mancher lernt allein an dieser einen Lektion lange Ewigkeiten hindurch und kann sie noch nicht richtig erfassen. Immer wieder regt sich in ihm die alte Neigung zum Ungehorsam.

Darum bleiben die ungezĂ€hlten Millionen auf den untersten Stufen sitzen, die alle den Weg höher hinauf gehen könnten. Du weißt ein wenig um die Natur des Menschenherzens und doch hast auch du noch keinen rechten Begriff von der HartnĂ€ckigkeit des ungehorsamen menschlichen Willens.

Die Wurzeln des Ungehorsams sitzen sehr tief in der Seele, aber sie mĂŒssen bis auf die verborgensten und letzten Reste alle ausgerissen werden, wenn der Mensch in jenen SphĂ€ren verbleiben will. An ein Weiterschreiten ĂŒber die vierte Stufe hinaus ist ohne absoluten Gehorsam gar nicht zu denken. Wenn ihr Erdenmenschen wĂŒsstet welchen Wert der Herr auf den Gehorsam legt und was fĂŒr euch alles davon abhĂ€ngt, was wĂŒrdet ihr euch wohl fĂŒr MĂŒhe geben, um in allen StĂŒcken doch ja recht gehorsam zu sein. Ihr wĂŒrdet alles andere dagegen zurĂŒckstellen und vergessen können, um nur ja in diesem StĂŒck nicht hinter den göttlichen Erwartungen zurĂŒckzubleiben. Dem inneren Reifegrad auf der vierten Stufe entsprechen nun auch die Ă€ußeren Lebensbedingungen. Dort findet der Mensch endlich den Menschen, weil er Gott in ihm entdeckt. Gott begegnet euch Menschen in der Natur und in seinem stillen Geiste in eurem Inneren. Aber er begegnet euch doch auch durch den Menschen. Das wird von wenigen erkannt. Im Mitmenschen schließt Gott den Menschen ungeahnte göttliche Tiefen auf. Das Herrlichste im Himmel fĂŒr euch Menschen werden nicht die sonstigen Herrlichkeiten der umgebenden Welt, die ihr erblickt, sein, sondern die Menschen, mit denen ihr euch findet und zu einer innerlichen göttlichen Gemeinschaft zusammenschließt. Der Mensch kann dem Menschen Hölle sein, aber auch sein Himmelreich. Es ist eine große TĂ€uschung, wenn ein gereizter und beleidigter Mensch glaubt, sich von anderen Menschen abschließen zu können und seine Freude nur noch in Gott zu haben. Gott ist schon fĂŒr den Menschen da, aber die rechte Lebensfreude und auch die Himmelswonne kann er den Menschen doch nur durch andere Menschen schenken. Wer ohne Menschen durchs Leben geht, der bleibt arm, auch wenn er sich mit seinem zu trösten sucht. Ist es nicht möglich, sich an Menschen anzuschließen, so wird Gott einem Menschen gewiss Freude sein, aber das Ziel der göttlichen Freude ist nicht die Vereinsamung, sondern die Gemeinschaft. Aber nur gereifte Menschen sind zu wahrer Gemeinschaft fĂ€hig. Mancher sonst tĂŒchtige Mensch findet keine Menschenseele und so bleibt er innerlich allein. Aber hier oben auf der vierten Stufe erschließt sich allen die Herrlichkeit der menschlichen Gemeinschaft, die Gott gibt. Der vergöttlichte Mensch wird zu einem TeilstĂŒck göttlicher Herrlichkeit. Kein Edelstein der Welt hat eine solche Leuchtkraft und solche Schönheit, kein Stern am Himmel hat eine so wunderbare Klarheit, wie der von allen niedrigen, selbstsĂŒchtigen und boshaften Empfindungen wahrhaft gereinigte Mensch. Hier findet jeder seinesgleichen, mit denen er sich wunderbar versteht. Nicht in der freudigen Aufwallung einer

schnell geschlossenen Freundschaft, die hernach nur sehr schnell wieder auseinanderbricht, wie auf der Erde, sondern zu einem wirklichen Sichverstehen und inneren Miteinandergehen. Jeder findet die Menschen, deren Herz im gleichen Takt schlĂ€gt, wie das seine. Hier werden Freundschaften geschlossen, von deren Tiefe und Herrlichkeit du dir schlechterdings keinen Begriff machen kannst. Und diese Freundschaften sind eine Quelle der Freude und Seligkeit, mit der sich sonst nichts anderes vergleichen lĂ€sst. Das ist die wunderbarste Freudenquelle, die Gott den gehorsamen und getreuen Menschen aufschließt. Es ist mir nicht möglich, dir ĂŒber jene Welten noch nĂ€here Einzelheiten zu zeigen, da du sie doch nicht verstehen könntest. Aber eines dĂŒrfte dich interessieren, das

du auch zu verstehen suchst: Die ungeahnten Bewegungsmöglichkeiten. Die Bewohner der vierten Stufe entfalten wunderbare KrĂ€fte und vermögen sich von hier aus, soweit sie dafĂŒr Interesse haben, in die entlegensten Himmelswelten zu versetzen, um mit der unendlichen Gotteswelt nĂ€her bekannt zu werden. Wohl haben nicht viele einen solchen Wissenstrieb, aber wer ihn empfindet, der vermag in der sichtbaren und unsichtbaren Schöpfung Gottes sich umzusehen, soviel er will. Es ist eine Quelle ganz besonderer Freude, Gottes Schöpferherrlichkeit in seinen Werken zu schauen. So gerne, wie ihr Erdenkinder eure Behausung einmal verlasst, um die schöne Natur zu durchstreifen, wie ihr ins Hochgebirge oder an die See fahrt, um andere Landschaften zu sehen und eine besondere Freude zu erleben, so könnt ihr auch im Himmel einmal große Reisen unternehmen und dabei Entfernungen durcheilen, von deren ungeheurer GrĂ¶ĂŸe du dir keine Vorstellungen machen kannst.

Die gewaltige GrĂ¶ĂŸe und Weite der Schöpfung lĂ€sst den kleinen Menschen ein wenig von der GrĂ¶ĂŸe des Unerforschlichen ahnen. Schneller als der Lichtstrahl, der fĂŒr manche Weite immer noch Jahre und vielfach Jahrtausende gebraucht, werden die unermesslichen Weiten der göttlichen Schöpfung durchschritten. Auf der vierten Stufe gibt es viele Forscher, die sich die Erforschung der Himmelswelten zur Aufgabe gemacht haben und diese werden dir einst Unterricht geben, wenn du solches Wissen wĂŒnschest. Du wirst sehr Wahrscheinlich oftmals zu ihren FĂŒĂŸen sitzen und mit ihnen die GrĂ¶ĂŸe des unendlichen Gottes in demĂŒtiger Anbetung bewundern. Verstehen können auch wir den unendlichen Gott nicht und werden ihn in alle Ewigkeit niemals in seiner GrĂ¶ĂŸe und Allmacht erfassen können. Wir sind alle, auch im besten Fall, nur kleine Strahlen der allumfassenden unendlichen Gottessonne, auch wir Bewohner der hohen himmlischen Welten.

Kinderland

Ein Bereich der vierten Stufe muss aber noch besonders erwĂ€hnt werden: Das Kinderland und das weite Reich all der Menschen, die einst als Kinder in die Himmelswelt hinĂŒbergingen und die Erde gar nicht kennengelernt haben, sondern im Himmel aufgewachsen sind. Dieses Reich ist auch unabsehbar groß und zĂ€hlt viele Millionen Bewohner, die in die Zahl der Bewohner, die ich dir fĂŒr die vierte Stufe angegeben habe, nicht mit eingerechnet sind. Ich habe dir nur die Zahlen fĂŒr die Menschen, die nach Vollendung ihres Erdenlebens in die höheren Stufen emporgestiegen sind, angegeben. Kinder des Himmels könnte man die Menschen nennen, die im Himmel aufgewachsen sind. Sie haben die Erde, die Leiden und Nöte des irdischen Daseins nicht kennengelernt, aber auch nicht die Versuchungen, Anfechtungen, SĂŒnden und Abwege der Erdenzeit. Somit sind sie vor den Erdenmenschen bevorzugt. Aber diese Bevorzugung hat auch ihre schweren Nachteile. Die Schule der Leiden und SĂŒnden ist gewiss schwer, aber sie ist eine Hilfe, deren Bedeutung gar nicht unterschĂ€tzt werden darf. Durch die KĂ€mpfe und Nöte des irdischen Daseins kann ein Mensch in entsetzliche Tiefen hinabgerissen werden, in die niemals ein Himmelskind fallen kann und auch in Höhen emporsteigen, die Himmelskinder nur sehr selten erreichen. Was den Himmelskindern an Leiden und Irrungen erspart bleibt, das mĂŒssen sie auf irgendeinem anderen Gebiet leisten und nachholen, wenn sie in die höheren Welten emporsteigen wollen. Wie Jesus durch seine Leiden und seinen Leidensgehorsam, durch die Überwindung alles Bösen zur höchsten Höhe emporgestiegen ist, dass Gott ihn zum Herrn ĂŒber alles stellte, so können und sollen seine JĂŒnger, also

Erdenmenschen, mit ihm zu allerhöchsten Höhen empor gelangen und dann mit ihm herrschen und regieren. Zu diesem Rang gelangen freilich nur wenige, aber im VerhĂ€ltnis erreichen die siebte Stufe weit mehr Erdenkinder als Himmelskinder. Letztere gelangen nach ihrer Erziehung nur in seltenen FĂ€llen ĂŒber die vierte Stufe empor. Zum höheren Schwung fehlt ihnen die irdische Zuchtrute und das Leid, von dem sie verschont geblieben sind. So verbleiben sie in der Regel auf ihrer Stufe und gar manche sinken sogar auf tiefere Stufen hinab. Die Abstiege sind jedenfalls weit zahlreicher als die Aufstiege in höhere SphĂ€ren, die ihnen in der Regel nur gelingen, wenn sie durch treueste Engelsdienste auf der Erde am irdischen Leben und Lieben und Leiden vollen Anteil genommen haben.

Die fĂŒnfte Stufe

Von der Ebene der vierten Stufe mĂŒssen wir einen sehr sehr großen Sprung wagen, um in die SphĂ€re der fĂŒnften Stufe emporzusteigen. Du kannst dir die gewaltige Entfernung, die wir hier ĂŒberqueren mĂŒssen, gar nicht vorstellen. Je höher uns der Weg emporfĂŒhrt, desto grĂ¶ĂŸer werden auch die rĂ€umlichen, wie die geistigen AbstĂ€nde. Der Abstand, den ihr Erdenmenschen zwischen Himmel und Erde gewöhnlich annehmt, ist sehr bescheiden zu nennen gegen die AbstĂ€nde, die die einzelnen Stufen voneinander trennen, ja vielfach selbst die einzelnen SphĂ€ren innerhalb derselben Stufen. Der Himmel im engsten Sinne des Wortes beginnt eigentlich erst bei der fĂŒnften Stufe.

Gewiss sind die Stufen zuvor auch alles Bezirke des Himmelreiches, aber sie bilden nur den Vorhof. Die vierte Stufe liegt dem Heiligtum nĂ€her, aber das eigentliche Heiligtum findest du erst in den oberen drei Stufen. Der Vorhof gehörte zum Tempel, aber nur Priester durften das TempelgebĂ€ude betreten. Dieses alttestamentliche Vorbild ist in sehr vielen Beziehungen auf den Himmel anzuwenden. Willst du von der Welt der Vollendung und Herrlichkeit reden, so musst du dich zur fĂŒnften Stufe erheben. Äußerlich mag sich gegen die vierte Stufe nicht allzu viel verĂ€ndert haben, nur, dass das Licht unendlich heller leuchtet und die Schönheit aller Dinge, wie die der Menschen, selbst eine weit grĂ¶ĂŸere Vollendung zeigt. Man wohnt auch dort noch in HĂ€usern, aber, was sind das fĂŒr HĂ€user? Man wandelt auch dort durch grĂŒne Auen aber was sind das fĂŒr Auen und Landschaften? Die Ausstrahlungen aller Dinge lassen sich kaum mit dem Leuchten auf der vierten Stufe vergleichen. Von den Bewohnern der höheren Stufen gilt in Sonderheit das bekannte Wort: Sie sind gekommen aus großer TrĂŒbsal und haben ihre Kleider helle gemacht im Blute des Lammes.

Mit nur sehr sehr wenigen Ausnahmen sind die Bewohner dieser Stufe durch viele TrĂŒbsale hindurchgefĂŒhrt worden. Zu ihrer Frömmigkeit auf Erden kam große TrĂŒbsal. Du wirst auf der fĂŒnften Stufe sehr selten einen Menschen finden, der nicht auf Erden schon wahrhaft fromm gewesen ist und seine Frömmigkeit in allen PrĂŒfungen und Anfechtungen bewahrte. Wer nicht als Erdenmensch seinen Gott gesucht und gefunden hat, kann wohl hernach noch manches erreichen. Gott lĂ€sst sich auch im Geisterreich noch finden, wenn der Mensch aufrichtig sucht. Auch der verirrteste Mensch kann noch zurechtkommen, aber seinem Aufstieg nach oben sind Grenzen gezogen. Er wird ĂŒber die vierte Stufe schwerlich hinauskommen, wenn er diese ĂŒberhaupt erreicht. Es gibt eine Gottesgnade und eine himmlische Herrlichkeit, zu der der Mensch auf Erden gelangen kann, die ihm aber hernach nicht mehr zugĂ€nglich ist. Es ist schon so, dass gewisse Gelegenheiten und Möglichkeiten hernach nicht wiederkehren, wenn sie einmal versĂ€umt sind. Die Gnade Gottes, die einem verlorenen Menschen hernach noch hilft und ihn zurechtbringt, ist gewiss sehr groß, aber die grĂ¶ĂŸere Gnade, die ihn zu den Stufen des Heiligtums empor trĂ€gt, kann der VersĂ€umte nicht mehr erreichen. Wie weit einer einst in die himmlischen Welten emporsteigt, das hĂ€ngt von dem göttlichen Schwung ab, den er von seinem Erdenleben her mitbringt. Ihr Erdenkinder begreift schwer, welch hoher Wert der wahren Frömmigkeit auf Erden und der Aufbietung aller LebenskrĂ€fte fĂŒr Gott innewohnt. Wahre Frömmigkeit ist die eine Voraussetzung fĂŒr den Aufstieg in die fĂŒnfte Stufe und zwar Frömmigkeit vom Erdenleben her und die andere ist die BewĂ€hrung im

Leiden. Es ist wirklich so, dass man nur durch viele TrĂŒbsale ins Reich Gottes kommt. Wenigstens, soweit es sich um die höheren Stufen handelt. Geduldig ertragene Leiden haben eine wunderbar lĂ€uternde Kraft. Es schließt die Seele auf wie nichts in der Welt und verhilft zur inneren Reife.

Durch keine anderen göttlichen FĂŒhrungen kann euch Menschen ein so großer göttlicher Segen vermittelt werden, als durch das Leid in seinen verschiedenen Formen, gleichviel, ob es sich um seelische oder körperliche Leiden handelt. Im Leid lernt der Mensch nach oben schauen. Wo kein Mensch mehr helfen kann und einer mit seiner Not ganz allein bleibt, nur auf sich gestellt, da lernt man nach Hilfe ausschauen, die nicht von Menschen kommt. Am tiefsten wirkt das Leid, das man keinem Menschen sagen und klagen kann, das von niemand verstanden wĂŒrde, an dem auch niemand Anteil nehmen wĂŒrde, das der Mensch ganz allein fĂŒr sich tragen muss, ohne auch nur die geringste Hilfe hierzu finden zu können. Wie das heiße Feuer das Gold von den Schlacken reinigt, so reinigt das Leid, das im Vertrauen auf Gott geduldig getragen wird, zuletzt von allem ungöttlichen Wesen, von allen unheiligen CharakterzĂŒgen. Vieles Unheilige, Niedere, Böse, lĂ€sst sich ĂŒberhaupt nicht aus der Seele ausscheiden, als durch das Feuer des Leids. Es ist ein Vorzug, im Leben von schweren Leiden verschont zu bleiben, aber dieser Vorzug ist sehr zweifelhafter Art .

Welchen der Herr lieb hat, den zĂŒchtigt er, dem legt er ein schweres Kreuz auf, denn nur durch Kreuz geht es zur Krone. Solches Leiden macht demĂŒtig und stille. Es verbrennt den niederen Eigenwillen und lehrt fragen, was Gott von einem wohl erwartet. Wie viele fromme Menschen hast du kennengelernt, vor deren Gemeinschaft dir graut, mit denen du auf keinen Fall nĂ€heren Umgang haben möchtest. Menschen, die im Grunde auch das Gute wollen, die aber infolge ihrer engen Verflochtenheit mit allem Bösen nicht ĂŒber sich hinauskommen, die ihre Untugenden und Bosheiten nicht sehen und niemals gelten lassen, bei denen von einem Ablegen des Bösen und einem wirklichen Besserwerden gar nicht geredet werden kann. Hier wĂŒrde nur noch das Leiden helfen. Es ist ein Zeichen besonderer göttlicher Barmherzigkeit, der Beweis einer hohen göttlichen Berufung, wenn ein frommer Mensch viel leiden muss. Das Leid ist die Gottesschule fĂŒr die fĂŒnfte Stufe und nicht weniger fĂŒr die sechste und siebte Stufe. Wer nie sein Brot mit TrĂ€nen aß und nie in kummervollen NĂ€chten auf seinem Bette weinend saß, der kennt sie nicht, die himmlischen MĂ€chte und er erreicht sie auch nicht, die höheren Stufen der Herrlichkeit.

So dunkel auch jetzt manchem Menschen die Wege erscheinen mögen, die er gefĂŒhrt wird, dort dankt man dem Höchsten fĂŒr jede TrĂ€ne, die auf den Pilgerweg gefallen ist und fĂŒr jeden Schmerz, der einst die Brust zerriss. Durch Leiden vornehmlich wird der Mensch zubereitet zum TrĂ€ger der Gotteskraft, die den Grundzug der fĂŒnften Stufe ausmacht, die Liebe. Hast du als den herrschenden Grundzug der ersten Stufe die Aufrichtigkeit erkannt, auf der zweiten Stufe den Willen zur Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit, auf der dritten Stufe die brĂŒderliche Duldung bewundert, so kommst du auf der fĂŒnften Stufe in das Reich der göttlichen Liebe. Wer den Gehorsam der vierten Stufe gelernt hat, wer sich selbst ĂŒberwinden und völlig an Gott hingeben kann, der wird endlich geschickt zu einer wahrhaft göttlichen Liebe, zu einer Liebe, die sich, wenn das sein mĂŒsste, ohne Zögern bereit erklĂ€rt, wie der Herr aus dem Himmel herniederzusteigen und sich als Mensch fĂŒr das Heil der Menschheit kreuzigen zu lassen. Das braucht zwar nicht zu geschehen, aber die Bereitwilligkeit dazu muss vorhanden sein, wenn ein Mensch die fĂŒnfte Stufe einnehmen und das Leben in jener unbeschreiblichen Herrlichkeit genießen will. Erst auf der fĂŒnften Stufe wird Christus in seiner Liebe recht verstanden und verehrt. Hier allerdings ist auch der Glaube an ihn und die Gemeinschaft mit seinem Geiste, die Einheit auch mit seinem Blute unerlĂ€sslich. In den untersten Stufen mag ein Mensch bestehen und auch sogar vorwĂ€rtsschreiten können, selbst wenn er Christus nicht kennt, er habe denn Christus persönlich erlebt und sich völlig an ihn ausgeliefert.

In den untersten SphĂ€ren findest du allerlei Fromme aus verschiedensten Kreisen und Religionen, in der fĂŒnften Stufe jedoch nur wahre Christen, die tatsĂ€chlich JĂŒnger und Nachfolger des Herrn geworden sind, dem Guten nachzukommen. Aber zur fĂŒnften Stufe reicht die aufrichtige Gesinnung und das musterhafte, tugendliche Leben nicht mehr aus, hier geht es nicht ohne Christus. Hier

beginnt das Reich Jesu Christi in ganz besonderem Sinne. Hier wird auch das Geheimnis, seines Kreuzes und seines Opfertodes richtig verstanden. Auf Erden und in den untersten Stufen wird viel ĂŒber ihn und sein Reich gesprochen, aber die vielen Worte verdunkeln meist nur das Licht seines Kreuzes. Hier jedoch stellt sich alles unter sein Kreuz und erlebt den Herrn als das Opferlamm fĂŒr die SĂŒnden und Verirrungen des Lebens. Kluge Theologen haben von jeher versucht, dieses Wunder der Selbstopferung des Herrn zu erklĂ€ren. Aber glaube mir, mein Freund, sie haben es alle nicht verstanden und verstehen es auch nimmer. Das kannst auch du noch nicht fassen. Es muss euch Erdenkindern die eine Tatsache genĂŒgen, dass Gott sich in Christus zu verlorenen Menschen selbst opferte, aber alles andere ist und bleibt euch Geheimnis, bis ihr im Lichte der fĂŒnften Stufe die Wahrheit erkennen lernt. Dass das Blut Christi der Menschen Herz und Leben reinigt und vergöttlicht, ist das grĂ¶ĂŸte Geheimnis im Himmel und auf Erden, das ein Mensch in seinen irdischen, von vielen materiellen Vorstellungen beherrschten Gedanken einfach nicht zu begreifen vermag. FĂŒr diese Wahrheit mĂŒsst ihr erst reif Werden. HĂŒte dich daher vor den kleinen SchwĂ€tzern, die so oft und klug von dem Kreuze reden, als wĂŒssten sie wirklich etwas davon. Lass dir damit genĂŒgen, wenn ich dir sage, dass dieses Geheimnis erst in der Welt der fĂŒnften Stufe aufgeschlossen und erkannt wird.

Wenn ich dir sage, dass in die SphĂ€re der fĂŒnften Stufe niemand empordringen kann, ohne Christus zu kennen und Ihm von Herzen zu dienen, so denke hierbei aber nicht an die Bekehrung, wie ihr sie predigt und lehrt. Dieses Erlebnis ist fĂŒr die Himmel viel zu wenig, meist sogar sehr oberflĂ€chlich und reicht selten in die Tiefe. FĂŒr die fĂŒnfte Stufe gilt nur die wirkliche Gemeinschaft mit Christus und mit seinem Geiste, das völlige Durchdrungenwerden von seinem Wesen, die Umformung alles Denkens, FĂŒhlens und Wollens nach seinem Beispiel. SelbstverstĂ€ndlich mĂŒssen alle Voraussetzungen fĂŒr die unteren Stufen auch alle erfĂŒllt sein. Nur, dass auf der fĂŒnften Stufe das persönliche VerhĂ€ltnis zu Christus hinzukommt.

Damit soll nicht gesagt sein, dass man in den unteren Stufen Christus nicht kennt. Er ist sogar den meisten wohlbekannt und der Herr selbst erscheint gelegentlich auch in diesen SphĂ€ren, aber von einer wirklichen und vollen Lebensgemeinschaft mit Ihm kann hier noch keine Rede sein. Es gibt aber SphĂ€ren genug, die Christus nicht kennen, manche sogar, die ihn aus Unkenntnis ablehnen und ihn aus irgendeinem Grunde nur als einen guten Menschen gelten lassen. Ihnen könnte sich Christus noch nicht als Herr offenbaren. Es finden sich nicht selten Menschen in solchen SphĂ€ren, die es in der Liebe mit den Bewohnern der fĂŒnften Stufe sehr wohl aufnehmen könnten, aber da ihnen der wirkliche Glaube an Christus, die bewusste Unterwerfung unter seinen Willen fehlt, können sie eben nicht in das Reich Christi, das die fĂŒnfte Stufe mit den höheren Stufen darstellt, aufgenommen werden, Wie der Herr selbst, der in den SphĂ€ren der fĂŒnften Stufe ein und ausgeht, so dass hier die Verheißung vom Essen und Trinken mit ihm an seinem Tisch Wirklichkeit wird, so verkehren auch Melchisedek, der König des Friedens und der Gerechtigkeit und die hohen und höchsten Engel, die im Rang aber alle unter Christus und Melchisedek stehen. Die Engel der GottheitssphĂ€ren steigen zuweilen in diese SphĂ€ren herab, die Erzengel pflegen Rat und Besprechung mit ihren SchĂŒtzlingen und das Leben ist in noch ganz anderem Maße eingetaucht in das Licht und in den Frieden Gottes, als das in den unteren Stufen der Fall sein kann. Hier leuchtet alles sonnenhaft und du findest Herrlichkeiten, die du, wenigstens dem Namen nach, von Kind auf aus der Bibel kennst. Hier geht man ein zu der Stadt Gottes, deren Tore von Perlen und deren Mauern von Edelsteinen sind, deren Gassen in unbeschreiblichem Goldglanz strahlen. Eure Bilder von Gold und Edelsteinen reichen fĂŒr eine rechte Beschreibung solcher Herrlichkeiten gar nicht mehr aus. Du findest hier eine Schönheit der Kleider, die jedes Auge entzĂŒckt und die Schönheit des Körpers voll zur Geltung kommen lĂ€sst. Hier findest du goldene Kronen und StirnbĂ€nder, goldene GĂŒrtel und blitzende Steine. Alles ist Schönheit und alles ist Licht. Dein Auge wĂŒrde sich nicht satt sehen können. Und wenn du einmal in jene Welt hinaufsteigst, dann wirst du lange Zeit brauchen, um dir die

Schönheiten alle erst einmal anzusehen und noch mehr, um sie dann mit einer fĂŒr die höchsten Schönheiten aufgeschlossenen Seele auch recht zu genießen. Dabei ist die Ă€ußere Schönheit immer der sichtbare Ausdruck des Inneren. Alles ist in Herrlichkeit getaucht. Die Liebe dieser Himmelsbewohner ist unbeschreiblich. Denke dir nur keine Spur mehr von Selbstsucht und Lieblosigkeit, keinen Rest mehr von Eitelkeit und Eigenleben, Eigensinn und Weltsinn, was das fĂŒr Licht geben muss! Jeder freut sich ĂŒber das GlĂŒck und die Ehre des anderen. Wird je eines ausgezeichnet vom Herrn, so gibt es kein GefĂŒhl des Neides, sondern nur herzliche Freude. Die Freude des anderen wird empfunden als eigene Freude. Jeder gönnt dem anderen von Herzen gern alles Gute und alle Ehre. Infolge ihrer Erkenntnis vermögen die Bewohner der fĂŒnften Stufe auch die göttlichen Geheimnisse der menschlichen Wege zu erkennen. Warum Gott die einen und anderen Menschen bisweilen so dunkle Wege fĂŒhrt, könnt ihr von eurem niederen Standpunkt aus nicht sehen, aber den Engeln der fĂŒnften Stufe ist das alles klar. Die Reife dieser Bewohner macht es darum auch erklĂ€rlich, dass sie sehr viel vom Herrn als Engel auf die Erde gesandt werden. Die meisten stehen in irgendeinem Dienst auf Erden, der von höheren Engeln organisiert und geleitet wird. Das sind die dienstbaren Geister, die ausgesandt sind zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit. Wie ich dir schon sagte, sind die Himmelsboten, die zum Dienst auf die Erde kommen und den Menschen zur Seite stehen, in 99 von 100 FĂ€llen einstige Erdenmenschen, die zu solcher Höhe und TĂŒchtigkeit emporgereift sind, dass sie Gott zu solchem Dienst gebrauchen kann. In jenen SphĂ€ren, die in der fĂŒnften Stufe lange nicht mehr so zahlreich sind, wie in den Stufen zuvor, hast du die meisten deiner persönlichen Freunde zu suchen. Du kannst aber nicht erfassen, aus welcher unendlichen Höhe sie alle zu dir und zu anderen Menschen herniedersteigen. Es wird gut sein, wenn du dich öfter einmal daran zu erinnern suchst. Du kennst deren viele mit Namen, die tĂ€glich bei dir ein und ausgehen. Du weißt auch sehr gut, wie ĂŒberaus innig die Freundschaft werden kann und nach Gottes Willen auch werden soll, die einen Menschen mit seinem Freunde aus der Lichtwelt verbindet. Du weißt aus persönlicher Erfahrung, dass sie aus allen 3 der oberen Stufen zu dir herniedersteigen, weißt auch, dass sie von Zeit zu Zeit wieder fĂŒr kĂŒrzere oder lĂ€ngere Fristen in ihre himmlische Behausung zurĂŒckkehren, um gegen die verderblichen EinflĂŒsse der Erde gefeit zu bleiben und immer neue Kraft fĂŒr ihren Dienst bei dir zu sammeln. Nur Freunde, die bereits die siebte Stufe erreicht haben, vermögen die Einwirkung der Erde auf die Dauer ohne Schaden zu ertragen. Aber auch sie werden ab und zu eine Erholungszeit in himmlischen Kurorten brauchen, denn der Dienst auf der Erde ermĂŒdet sehr. In solcher Gemeinschaft des Himmels zu leben und in bewusstem Umgang mit Freunden aus der Lichtwelt zu stehen, ist das höchste Vorrecht, das einem Menschen geschenkt werden kann. Wie himmelweit ein solcher Umgang von Geisterspuk und niederen Welten entfernt ist, das habe ich dir im Verlauf vieler Jahre deutlich genug zeigen können. Dir hierĂŒber noch AufklĂ€rung geben zu mĂŒssen, ist nicht nötig. Nur darfst du nicht vergessen, dass du im Falle der Belehrung anderer ĂŒber solche Wege nicht mit der Erkenntnis rechnen darfst, die dir geschenkt worden ist, sondern mit der, die den geistigen Reifegrad anderer ausmacht.

Die sechste Stufe

Von der fĂŒnften zur sechsten Stufe ist wohl auch ein weiter Weg, aber doch sind die Unterschiede nicht mehr so bedeutend, wie etwa die der vierten und fĂŒnften Stufe. Die sechste Stufe stellt eine bedeutende Erhöhung und Erweiterung der fĂŒnften Stufe dar, eine wesentliche Vervollkommnung aller Erscheinungen, die uns in der fĂŒnften begegnen. Hier tritt das göttliche Licht und die himmlische Liebe noch weit mehr in Erscheinung als zuvor. Du meinst wohl, dass eine Steigerung des Lichtes gar nicht mehr möglich sein könnte. Aber erst, wenn du einmal hier weilst, wird es dir erklĂ€rlich sein, dass es hier ungeahnte Steigerungen gibt und dass das Licht der höchsten Welten von Menschen, die nur das irdische Licht kennen, gar nicht erahnt werden kann. Die Welt, in der Liebe zum Licht und Licht zur Liebe wird, wirst du mit deinem menschlichen Verstand nimmer

erfassen. Je höher wir in diese Herrlichkeitswelt emporsteigen, desto schwerer wird es fĂŒr mich, dir die Einzelheiten zu schildern. Die erdĂ€hnlichen Stufen konntest du noch am besten verstehen, aber hier oben haben wir die Erde weit weit hinter uns gelassen. Auf der sechsten Stufe findest du keine Unterschiedlichkeiten der Meinungen und Auffassungen mehr. Alle Bewohner sind in der Erkenntnis so weit gereift, dass sie die Wirklichkeit erkennen und zu einerlei Geistesschau gelangten. Gewiss bleiben auch fĂŒr jene Welt allerlei göttliche Geheimnisse bestehen, aber diese werden in Ehrfurcht verehrt und nicht wie auf Erden zum Gegenstand der Diskussionen und der Meinungsverschiedenheiten mit Entzweiung und Kampf. Die hohe Reife dieser Engel bringt es mit sich, dass die Bewohner der sechsten Stufe in besonderem Sinn zu Lehrern und FĂŒhrern der Menschheit auf Erden und in den unteren Stufen werden. Wo ein Mensch auf Erden ĂŒber den Rahmen der hier herrschenden Gedanken höhere Weisheit verkĂŒndigt, sind immer Lehrer aus der sechsten Stufe irgendwie am Werk. Sie tragen himmlisches Licht in das irdische Dunkel und mit ihrer Hilfe kann der Mensch ĂŒber die vergĂ€ngliche Welt hinaus die unvergĂ€ngliche erkennen. Das ist der Geist, von dem geschrieben steht, er erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Aus sich wird das niemals einem Menschen gelingen, sondern immer nur mit höherer Hilfe. Wenn die Engel der fĂŒnften Stufe euch Menschen vornehmlich die notwendige Hilfe bringen, auch in allen Dingen dienstbare Geister werden, so sind die der sechsten Stufe vornehmlich die geistigen Berater. Doch darfst du dir die TĂ€tigkeit aller nicht scharf abgegrenzt denken, da die der fĂŒnften Stufe vielfach auch belehren und die der sechsten Stufe vor irgendwelchen Dienstleistungen nicht zurĂŒckschrecken. Im ganzen bleibt es so, dass mĂ€nnliche Freunde mehr zur Belehrung und weibliche mehr zur persönlichen Hilfe zu euch kommen. Doch nicht nur Lehrer findest du auf der sechsten Stufe, sondern auch ausgezeichnete Verwaltungsbeamte, die die himmlischen SphĂ€ren verwalten und vom Herrn mit der Leitung bestimmter Lebensbezirke in den unteren Stufen beauftragt werden. Man könnte die sechste Stufe das himmlische Ministerium nennen, wo die hohen Beamten unter der Leitung des Herrn und seiner allernĂ€chsten Mitarbeiter den gesamten Himmel und die Erde betreuen. Hier laufen alle FĂ€den der Regierung zusammen. Hier empfangen die Engel der VölkerfĂŒhrungen, wie die FĂŒhrer der einzelnen Menschen ihre nĂ€here Anweisung.

Hier findest du das ungeheure göttliche Archiv mit den BĂŒchern, von denen geschrieben steht. Das Buch der Geschichte jedes einzelnen Menschen und das Buch des Lebens mit allen Namen der Bewohner himmlischer Welten, vornehmlich der höchsten 3 SphĂ€ren. Hier wird alles vermerkt, was der einzelne Mensch denkt und tut und am Tage der Abrechnung werden hier die Akten aus den SchrĂ€nken genommen. Diesen Beamten stehen viele Gehilfen aus der fĂŒnften und aus der vierten Stufe zur Seite und helfen mit den großen Dienst auszurichten, der im Interesse des Himmels hier geleistet werden muss. Engel, die hohe Aufgaben auf der Erde zu erfĂŒllen haben, suchen ihre Gehilfen in der fĂŒnften Stufe, so dass jeder himmlische Freund, jede Freundin aus der Höhe immer nur auf Anweisung und mit Zustimmung der höheren göttlichen Regierung zum Dienst oder auch nur zum Besuch zu euch kommt. Aber auch die hohen Beamten der sechsten Stufe stehen ihrerseits wieder unter höherer Leitung. Es gibt auch in den höchsten SphĂ€ren nicht einen einzigen Engel, der nicht irgendeinem höheren fĂŒr sein Tun und seinen Aufenthalt verantwortlich wĂ€re. Nur einer ist der Höchste, der Herr selbst und Er fĂŒhlt und weiß den Unerforschlichen verantwortlich. Das VerantwortlichkeitsgefĂŒhl hat auf der sechsten Stufe seinen höchsten Grad erreicht. Vielleicht wĂŒrde dir in jener Welt das hohe Verantwortungsbewusstsein auffallen als das besondere Merkmal dieser Stufe ĂŒberhaupt. Je höher ein Mensch in der himmlischen Welt emporsteigt, desto klarer und krĂ€ftiger wird sein VerantwortungsgefĂŒhl fĂŒr die ihm ĂŒbertragene Aufgabe. Übrigens kannst du im allgemeinen an der StĂ€rke des VerantwortungsgefĂŒhls, das ein Mensch zeigt, ungefĂ€hr den Stand seiner inneren Höhe ablesen. Je schwĂ€cher das Verantwortungsbewusstsein, desto tiefer steht der Mensch. Dass die Herrlichkeit der sechsten Stufe wesentlich ĂŒber die der fĂŒnften hinausreicht, brauche ich dir nach all den bisherigen ErlĂ€uterungen nicht nĂ€her zu beschreiben. Soviel kannst du jetzt schon aus deinem eigenen Bewusstsein ablesen, in dem sich auch weit mehr als du denkst, das himmlische Leben spiegelt, auch wenn du sie noch nicht gesehen hast und dauernd nur mit der

irdischen Erscheinungswelt zu ringen hast. Erlasse es mir darum, in menschlichen Worten jetzt weiter eine Welt in ihrer Ă€ußeren Erscheinung zu schildern, die mit den Mitteln eurer Sprache und Denkweise nun einmal nicht geschildert werden kann.

Die siebente Stufe

Nun bleibt uns noch ĂŒbrig, uns zu der siebten Stufe zu erheben und einen Blick in die höchste Gottes- und Himmelswelt zu tun, jener, die dem Thron der Herrlichkeit am nĂ€chsten steht. Hier findest du eine verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kleine Zahl von Menschen, die mit dem Herrn aus dem Menschengeschlecht zur höchsten Höhe emporstiegen und mit ihm tatsĂ€chlich Könige und Priester geworden sind. Eine sehr kleine Zahl von MĂ€nnern und Frauen, die die allernĂ€chste und vertraulichste Umgebung des Herrn bilden. Hier thront Christus als der König aller Könige, der unumstrittene Herr des Himmels, der gesamten sichtbaren und unsichtbaren Schöpfung. Ihm zur Seite steht Melchisedek als ein Hohepriester von demselben Rang wie Christus, der sich aber Christus völlig unterordnet und Maria, die Mutter des Herrn, die als Himmelskönigin von dem ganzen Himmel in tiefster Ehrfurcht verehrt wird. Sie nimmt einen noch wesentlich höheren Rang ein, als selbst die frömmsten Marienverehrer unter den Katholiken sich trĂ€umen lassen. Es ist sehr zu bedauern, dass die Protestanten aller Schattierungen ihr so wenig oder gar keine Ehrerbietung erweisen. Wenn du sehen könntest, wie sich die Himmel verneigen, du wĂŒrdest von heiligen Schauern ergriffen, dich gerne von ihr segnen lassen. Um Maria schart sich eine Gruppe von Frauen, die ihr einst sehr nahegestanden und auch dem Herrn selbst mit grĂ¶ĂŸter Hingabe gedient haben, wie etwa die Bethanienschwestern und Maria Magdalena. Aber auch andere Frauen, unter denen selbst die große SĂŒnderin und andere nicht fehlen, die einst das Volk um ihrer SĂŒnden willen am liebsten gesteinigt hĂ€tte. Sie alle sind gereinigt und in himmlische Klarheit emporgestiegen. Um den Herrn selbst findest du die bekanntesten Namen aus der Bibel Alten und Neuen Testaments.

Einige von denen, die du vielleicht an seiner Seite suchen wĂŒrdest, sind allerdings nicht, oder nicht ganz zu dieser Höhe empor gereift. Aber dazu kommen noch einige MĂ€nner und Frauen aus anderen Völkern und Zeiten. Die Einheit dieser höchsten Gottesfamilie ist etwas so Wunderbares und Unaussprechliches, dass ich dir solches auch nicht nĂ€her beschreiben kann. Hast du auf der fĂŒnften Stufe den unbedingten Gehorsam aller Bewohner gegen den Willen des Herrn bewundert und auf der sechsten Stufe die weitreichende TĂ€tigkeit der Engel, damit nicht nur sie selbst, sondern auch alle anderen Wesen diesen höchsten Willen kennenlernen und erfĂŒllen, so wird dir auf der siebten Stufe die innere Einheit, das volle, Einswerden mit dem Herrn selbst auffallen. Die Engel dieser Stufe brauchen eigentlich nicht mehr nach dem Willen des Herrn zu fragen, sie tun es aber nach wie vor und zwar mit grĂ¶ĂŸtem Eifer. Sie sind innerlich so mit dem Herrn eins geworden, dass sie denken und fĂŒhlen, wollen und handeln, wie der Herr selbst, als ob sie Glieder an seinem Leibe wĂ€ren. Wenn das Bild eines Leibes je mit vollem Recht zur Anwendung kommt, dann ist es hier.

Bei euch wird meist nur geredet, aber hier hast du die Wirklichkeit. Jeder Engel dieser höheren SphĂ€ren sucht den Herrn aus innerster Verbundenheit heraus zu verstehen. Sie alle haben den Herrn wirklich lieb, so wie er ist, in seiner Herrlichkeit und MajestĂ€t, wenn sie sich auch des großen Abstandes bewusst bleiben, der dennoch und trotz allem noch zwischen seinen Dienern und ihm besteht und in alle Ewigkeit bestehen muss. Er ist und bleibt fĂŒr immer der Herr und wir seine geringsten Diener. Wir alle in dieser Stufe haben nur eine Sehnsucht, einen Willen, ein Ideal, eine Freude und das ist der Herr selbst und sein heiliger Wille, sein großes Werk auf Erden und im Himmel. Ich wĂŒnschte, ich könnte dir unsere innere Verbundenheit mit dem Herrn noch deutlicher machen, aber dazu reicht leider auch eure menschliche Sprache nicht aus. So suche ich dir seit Jahren eine Empfindung dafĂŒr einzuflĂ¶ĂŸen und du selbst fĂŒhlst darum auch eine Wahrheit hierinnen weit tiefer und besser, als ich sie mit Worten kundgeben kann. Ich suche dir dauernd dieselbe Zuneigung und Liebe zum Herrn einzuflĂ¶ĂŸen, die ich selbst empfinde und die unbedingte

Ergebenheit auf der siebten Stufe in der Tat in vollster Wirklichkeit auch auf dich zu ĂŒbertragen. Hierinnen verstehst du mich jetzt mit deinem Herzen besser als mit deinem Verstand. Haben wir die sechste Stufe das himmlische Ministerium genannt, so wird die siebte Stufe am besten als das regierende Kabinett bezeichnet. Jeder Engel ist ein mitverantwortlicher Minister, selbst ein König, eine Königin. Die Kronen und Auszeichnungen auf der Stufe lassen kaum noch einen Vergleich mit denen der fĂŒnften und sechsten Stufe zu. Das Licht unserer Welt ist so hell, dass eure Bilder von Gold, Edelsteinen und Perlen schon lange nicht mehr ausreichen. Hier versagen alle deine GedankenkrĂ€fte. Du wunderst dich, dass bei dem unbeschreiblich hohen Rang, den die Bewohner der siebten Stufe einnehmen, dennoch auch Boten des Herrn zu euch Menschen ins Erdendunkel herniedersteigen, ja, dass wir zuweilen die FĂŒhrung und Betreuung eines einzelnen Menschen ĂŒbernehmen, die deiner Meinung nach auch von Engeln der fĂŒnften Stufe geleistet werden kann.

Braucht dich das zu wundern, wenn der Herr doch auch herniedersteigt und bei Menschen einkehrt? Er tut das in gar manchen FĂ€llen fortgesetzt. Er ist viel mehr auf der Erde als im Himmel. Seine Liebe zu der Menschheit ist doch dieselbe wie einst und noch immer ist er unterwegs, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Wir stehen alle in seinem Dienste. Immerhin ist es nicht die Regel, dass Engel aus der siebten Stufe dauernd auf der Erde Dienst tun. Wir können nur bei solchen Menschen dauernd sein, um ihnen zu helfen, die eine durchaus himmlische Einstellung haben, die auf Erden ganz mit uns fĂŒr den Himmel leben, deren Innenwelt ganz fĂŒr den Himmel aufgeschlossen ist, die sich nicht mit Streitfragen beschĂ€ftigen, sondern mit dem Herrn selbst und die in unserem Sinne und Geiste bemĂŒht sind, den Willen des Herrn zu erkennen und zu erfĂŒllen. So seltsam das auch den kleinen Buchstabenmenschen erscheinen mag, in solchen außerordentlichen FĂ€llen kommen Gottesboten aus den allerhöchsten Höhen hernieder und suchen, auch Menschen den Himmel noch weit besser aufzuschließen. So weilen die ErzvĂ€ter und Propheten, die Apostel und Heiligen an eurer Seite. Dass Mose und Elia und andere GottesmĂ€nner alter Zeiten heute noch ebenso zu Menschen herniedersteigen und mit ihnen reden, wie einst mit dem Gottessohn im Fleische, das weißt du schon seit Jahrzehnten aus persönlicher Erfahrung.

Nun bliebe mir noch ĂŒbrig, dir einiges weitere ĂŒber die GottheitssphĂ€re und eine andere Engelwelt mitzuteilen, die neben dem hier beschriebenen Himmel besteht. Von der GottheitssphĂ€re, die ich das Allerheiligste genannt habe, sprechen wir nur mit der höchsten Ehrerbietung und ich möchte dir zurufen: Ziehe deine Schuhe aus von deinen FĂŒĂŸen, denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land. Wir alle beugen uns anbetend vor dem Geheimnis der Gottheit, das wir nimmer verstehen lernen. Gott ist ewig der Unerforschliche und Unendliche. Und doch gibt es einen höchsten Gottesthron, der von hell leuchtenden Engeln bewacht wird. Du weißt von Cherubim und Seraphim, von Engeln und Erzengeln, die ausgehen in alle Lande, die seinen Willen verkörpern und ausfĂŒhren. Die Gottheit nĂ€her zu beschreiben, vermesse ich mich nicht. Ich kann dich nur lehren, dich mit uns tief im Staube vor dem Allerhöchsten zu beugen, der uns in Christus und nur in Christus begegnet und verstĂ€ndlich wird. Die Cherubim und Seraphim sind Teilerscheinungen der Gottheit, obwohl sie alle Persönlichkeiten darstellen und auch persönlich handelnd auftreten. Ihre Zahl ist nicht sehr groß. Man könnte jeden einen verkörperten Gottesgedanken nennen, was freilich auch der Mensch im Grunde sein oder werden soll. FĂŒr den Fernstehenden erscheinen sie wie eine zusammengeschmolzene Einheit und doch bleibt der Persönlichkeitscharakter des einzelnen gewahrt, ein Geheimnis, das ich dir auch nicht nĂ€her erklĂ€ren kann. Die FĂŒhrung dieser Heerscharen liegt in den HĂ€nden von Erzengeln, die in höchster Weise Gottes Gedanken, KrĂ€fte und Welten verkörpern. Jeder stellt eine besondere göttliche Grundkraft dar. Du hast deren sieben bisher nĂ€her kennengelernt. Michael, die göttliche Kraft, Gabriel, das göttliche Wort, Raffael, die göttliche Liebe Sarakiel, die unerbittliche Gerechtigkeit, Weruel, den „wunderbaren“ göttlichen Frieden, Raguel, die göttliche Weisheit und Ariel, die göttliche Herrlichkeit und MajestĂ€t. In der letzten Zeit sind dir auch sieben Seraphim etwas nĂ€hergekommenen, die nun öfters um dich sind.

Du kennst die Namen: Sari, Wutaf, Indor, Arich, Marihun, Etan und Ahrwi. Und aus den Kreisen

meiner Freunde aus der vorgeschichtlichen Zeit kennst du: Mila, Luwa, Warungo, Niraba, Iran, Mesa und mich doch auch ein wenig. Die Namensliste deiner persönlichen himmlischen Freunde ist ziemlich umfangreich geworden und wird es immer mehr. MĂ€nner und Frauen aus der fĂŒnften, sechsten und siebten Stufe sind in großer Zahl um dich und deine Freunde, die innerlich mit dir den gleichen Weg gehen. In diese Kreise nun nĂ€heren Einblick zu haben, ist doch ein unberechenbarer reicher Gewinn. Die 4 geharnischten Ritter, die deinem Freunde Imanuel und dir begegnet sind, werden sich auch nicht als Einzelpersönlichkeiten darstellen, sie mĂŒssen als eine Einheit genommen werden und kommen zu besonderem Schutz, zu besonderer Hilfe. Auch ein ganz außerordentliches Erlebnis. Das sind die Cherubim, die ihre unbeschreibliche Herrlichkeit unter einer irdischen RĂŒstung verbergen und euch zum Bewusstsein bringen wollen, wie wunderbar und tief sich der Allerhöchste im Grunde zum Menschen hernieder neigt. Allerdings sind solche Erscheinungen ein höchst seltener Ausnahmefall. Außerdem nun auf diesen BlĂ€ttern dir etwas nĂ€her geschilderten Menschheitshimmel gibt es noch einen anderen Himmel, richtiger gesagt, noch viele andere Himmel. Bei der Erforschung der Himmel wird es dir gehen wie den Astronomen, die mit ihren Instrumenten das mĂ€chtige Himmelsgewölbe wissenschaftlich entdecken. Die Entdeckung, die vor einigen Jahrhunderten von euren Gelehrten gemacht wurde, dass die Planeten alle zur Sonne gehören und mit ihr ein besonderes Sternensystem, das ihr Sonnensystem nennt, mag als Vergleich dienen. Jeder Stern am Himmel ist ein solches System. Um ihn kreisen andere Sterne, die euer Auge gar nicht sehen kann. Der Sternenforscher erkennt weiter, dass alle die einzelnen Sterne des nĂ€chtlichen Himmels wiederum auch ein besonderes System darstellen, das ihr Milchstraßensystem nennt. Alle Sterne, die euer Auge sieht und Millionen andere, die euer menschliches Auge nicht zu sehen vermag, eine Einheit, welch ein Gedanke! Und nun finden die Gelehrten noch weiter heraus, dass es im Weltenraum draußen viele solcher Milchstraßensysteme gibt, Sternensysteme, deren Licht bis zu euch hunderttausende von Jahren und gar Millionen von Jahren braucht. Und noch stehen die menschlichen Gelehrten nicht am Grenzstein der Schöpfung. So ergeht es dir auch bei der Erforschung der Himmelswelt. Vergleiche jede Stufe oder SphĂ€re mit einem Sonnensystem und den ganzen Himmel mit einem Milchstraßensystem, dann hast du ein ungefĂ€hr zutreffendes Bild von der Gesamtheit der unsichtbaren Schöpfung. Und in deinem Denken bleibt Platz fĂŒr andere Milchstraßensysteme, fĂŒr andere Engelwelten, zu denen ihr zunĂ€chst ĂŒberhaupt nicht in Beziehung steht.

Viele Bibelleser sind geneigt, die biblischen und außerbiblischen Engelerscheinungen in jene andere Engelswelt zu verlegen, um so dem Gedanken auszuweichen, als könnten einstige Menschen noch auf Erden tĂ€tig sein. Aber weder die Bibel, noch die gesunde menschliche Vernunft bieten dazu irgendeinen Anhalt. Die Engel aus anderen Welten kommen nur höchst selten zur Erdenmenschheit, ihnen sind ganz andere Aufgaben gestellt. Sie wĂŒrden auch die Erdenmenschheit nur sehr schwer oder gar nicht verstehen können. Bedenke, dass Gott selbst Mensch wurde, um den Menschen ganz nahe zu kommen. Wie sollten dann solche weltentfernten Geschöpfe in der doch ziemlich schweren Erdenwelt etwas ausrichten können? Die Engel, die nicht aus dem Menschengeschlecht stammen, sind zum Dienst an Menschen ungeeignet, es sei denn, dass sie aus höchsten Stufen herniederkommen und fĂŒr diese Arbeit zuvor noch eine besondere Vorbereitungszeit durchgemacht haben.

Wir nennen sie noch Engel, des besseren VerstĂ€ndnisses wegen, obwohl ihnen diese Bezeichnung eigentlich nicht zukommt, denn unter Engeln versteht man doch Gottesboten, die aus dem Himmel zu den Menschen gesandt werden und das sind diese Wesen nicht. Welchen Ursprung diese Wesen haben, darĂŒber magst du selbst ein wenig nachdenken. Ob sie als geistige Wesen unmittelbar von Gott erschaffen worden sind, ob sie nicht als Erdenmenschen auf einem anderen Stern geboren wurden und dort gelebt haben, ob sie vielleicht gar eine Auslese aus der Erdenmenschheit, namentlich aus den frĂŒh verstorbenen Kindern darstellen, das mögen fĂŒr euch hochinteressante

Fragen sein, aber praktisch sind sie ganz bedeutungslos. Die Himmelsboten, die bei dir Einkehr halten und bisher gehalten haben, sind bis auf Seraphim und Cherubim ausnahmslos alle einstige Erdenmenschen. Zu anderen Engelwelten haben wir noch keine Beziehungen aufgenommen. Auch ist das zunĂ€chst nicht beabsichtigt. Die Gottheitsengel der Cherubim und Seraphim aber mögen dich einstens ĂŒber ihren Ursprung selbst belehren.

Diese Mitteilungen habe ich dir gegeben und gebracht fĂŒr dich und deine Freunde, die sich dafĂŒr interessieren. Es ist nicht zu raten, sie in andere HĂ€nde weiterzugeben, wo sie vielleicht Ablehnung oder gar Spott erfahren. Wir wollen auf der Linie dieser Mitteilungen weiter arbeiten und unablĂ€ssig weiter forschen und bei allen diesen BemĂŒhungen wird dich mit einem großen Kreis himmlischer Helfer allezeit umgeben und unterstĂŒtzen

Dein persönlicher Freund.

Anhang

Die drei Höllenstufen

Anschließend sei noch in aller KĂŒrze darauf hingewiesen, dass es auch in der Hölle drei verschiedene Stufen gibt, die wohl ebenso wie die Himmelsstufen in verschiedene Abteilungen eingestuft sind.

Zur ersten Stufe gehören diejenigen, die in irgendeiner SĂŒnde gelebt haben und diese nicht aufgeben wollten, dabei aber doch noch ein Verlangen nach dem ewigen Leben und nach göttlichen Dingen hatten. Diese befinden sich in der NĂ€he der Erde, an die sie noch gebunden waren und irren ruhelos in der Welt umher, sind den Elementen der Natur ausgesetzt, leiden unter Hitze, KĂ€lte und Regen, werden von ihren unertöteten Leidenschaften gequĂ€lt, von denen sie nicht loskommen. (Vergleiche dazu MatthĂ€us 12, 43 – 45).

Bei der zweiten Stufe kommt noch eine Finsternis dazu, in der sie leben mĂŒssen. Da sind die Menschen, die die Finsternis auf Erden mehr liebten als das Licht, das heißt die Finsternis der SĂŒnde; weshalb sie auch im jenseitigen Leben in der Finsternis leben mĂŒssen, wo sein wird Heulen und ZĂ€hneknirschen. (MatthĂ€us 25 ,30; 5, 25-26).

In der dritten Stufe sind solche, die das angebotene Heil verschmĂ€ht und wider besseres Wissen und Gewissen gesĂŒndigt haben. Ihr Aufenthaltsort ist der Feuersee. (MatthĂ€us 10,14-15; Lukas 10,12; 16,23-24; Offenbarung 21,8.) Wenn deshalb jemand diese Zeilen liest, der das Heil in Christus noch nicht gefunden hat und seines Heils noch nicht gewiss ist, der ĂŒbergebe sein fluchbeladenes Leben seinem Heiland und Erlöser und ruhe nicht eher, bis er vom Herrn selbst die volle Gewissheit der Vergebung aller seiner SĂŒnden bekommen hat und ein begnadigtes Kind Gottes geworden ist und aus innerster Überzeugung singen kann:

Auch ich war einst in SĂŒndennot, Da half mir Jesu Blut.

Drum jauchz‘ ich auch bis in den Tod ob dieser Gnadenflut.

Brauchst du weitere Wegleitung auf dem Weg zum ewigen Leben, dann lies auch die Schriften:

Wie komme ich zur Wiedergeburt? DM -,40 Die Vollendung der Philadelphia-Gemeinde DM 1,60