US-Senator rückt die US-Propaganda in Bezug auf die eigene Überlegenheit gerade



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Elbert D. Thomas, amerikanischer Senator

Datum: 14. Januar 2019
Autor: mathiasueck

Befasst man sich seit Jahren mit dem Thema der tatsächlichen Dimension der deutschen (Waffen-)Hochtechnologie während des Zweiten Weltkrieges, dann stößt man auf eine Vielzahl von – um es vorsichtig auszudrücken – Ungereimtheiten und Widersprüchen. Immer wieder ist festzustellen, dass die amtlich verbreitete Version der Geschichtsauffassung in Teilen den harten Tatsachen widerspricht und offenbar der heute weit verbreiteten Politischen Korrektheit dient: Es soll ein bestimmtes Welt- und Geschichtsbild bewahrt bzw. errichtet werden, das bestimmten Kreisen zur Durchsetzung ihrer Zielsetzungen dient, wobei Manipulationen und Lügen bewusst in Kauf genommen werden. Indes gibt es nur eine Wahrheit, und derjenige, der nach ihr sucht, findet diese überraschenderweise auch immer wieder auf Seiten der Kräfte, die sie gern vertuscht hätten. Was nun den Stand der Dinge in Bezug auf die deutsche Rüstungstechnik im Allgemeinen und hier den Stand der Geheimwaffen-Entwicklung im Besonderen bei Kriegsende anbetrifft, so handelt es sich dabei um ein Tabuthema, das bis heute nur sehr unzureichend aufgearbeitet worden ist. Ja, man kann sogar sagen, dass die wichtigsten und entscheidenden Aspekte bis dato unterdrückt, »vergessen« und geleugnet wurden. Das betrifft Fragen wie die nach den deutschen Geheimwaffen der zweiten Generation ebenso wie militärisch-strategische bzw. -taktische Überlegungen. Doch das ist nicht alles. Was heutzutage von sogenannten »Experten« auch in Bezug auf die deutschen Flugzeuge, die V-1 und die V-2 behauptet wird, ist kaum exakt, da die betreffenden »Fachleute« nicht einmal in der Lage sind, Zusammenhänge zu erkennen bzw. Einzelentwicklungen als Teil einer viel umfassenderen langfristigen deutschen Strategie zu begreifen. Nach dem Krieg brüsteten sich zahlreiche US-Verantwortliche damit, wie überlegen ihre Moral, Kampfbereitschaft und Waffentechnik gegenüber der deutschen gewesen sei. Das wird bis heute gedankenlos nachgeplappert. Die Eingeweihten wussten jedoch, dass das alles kaum mehr als Propaganda war. Einer von ihnen war der aus dem US-Bundesstaat Utah stammende Senator Elbert D. Thomas, Vorsitzender des Senatskomitees für militärische Angelegenheiten –ein Top-Insider also. Thomas reagierte äußerst wütend auf das, was nach dem Krieg zur »alliierten Überlegenheit« behauptet wurde, in dem er im April 1946 einen Beitrag in der Zeitschrift The American Magazine veröffentlichte, der den Titel »Sitting Ducks in our Air Force« (»Sitzende Enten in unserer Luftwaffe«) trug und sich im wahrsten Sinne des Wortes »gewaschen« hatte. In diesem Beitrag rückte Thomas auch die Aussagen anderer militärischer Führungskräfte gerade, beispielsweise die des kommandierenden US-Army-Air-Force-Chefs General Arnold. Es ist an dieser Stelle nicht möglich, den gesamten Beitrag darzustellen, wir wollen uns daher auf einige wichtige Anmerkungen beschränken, die in aller Klarheit zeigen, dass die Alliierten um Haaresbreite ihrer eigenen Vernichtung entgingen. Die Aussagen von Senator Thomas müssen im Übrigen im Zusammenhang mit dem gesehen werden, was in dem von Edgar Mayer und mir verfassten Buch Die Angst der Amerikaner vor der deutschen Atombombe bereits publiziert worden ist. Das Geschichtsbild, wie es bisher favorisiert wurde, bedarf einer Revision – wenn seine Protagonisten in Zukunft noch ernst genommen werden wollen, denn nach dem Krieg haben einige US-Führungskräfte, wie beispielsweise Generalstabschef George C. Marshall, eindeutig formuliert, was den Tatsachen entsprach und was nicht. Hier einige von Senator Thomas vorgetragene Einschätzungen und Statements: »Wir haben den Krieg gegen die Deutschen mit unseren Muskeln, nicht mit unserem Geiste gewonnen. Wir haben sie lediglich mit dem Gewicht unserer Flugzeuge zerschlagen. Ihre Luftwaffe war der unseren bei Beginn des Krieges überlegen und bei weitem überragend am Ende desselben. Wäre unsere Invasion in Europa um sechs Monate verzögert worden, dann hätten wir den Krieg infolge unserer Unterlegenheit in der Luft verlieren können. Jahrelang hat unsere Luftwaffe dem amerikanischen Volk ein falsches Sicherheitsgefühl aufgrund unserer Prahlerei gegeben. Vor dem Kriege wurde uns gesagt, dass die amerikanische Luftmacht die beste sei. Sie war es nicht! Während des Krieges wurde uns gesagt, dass sie sowohl die beste als auch die größte Luftwaffe sei. Sie war nicht die beste, sie war nur die größte. Sie war Muskel, nicht Geist. Wir würden besser daran tun, uns mit der Wahrheit zu befassen. Denn in den nächsten Kriegen − Gott behüte! − wird Prahlerei nicht zählen, und es wird keine Zeit mehr geben, um lediglich Muskelkraft für den Sieg zu schaffen, und zwar in Tagen oder Stunden anstelle von Jahren. Unsere Luftkämpfer, die Jagdflieger und Bomberbesatzungen, haben hervorragend mit den Waffen gekämpft, die wir ihnen gegeben haben. Aber dies waren nicht die besten Waffen, wie dies hätte sein sollen. Unser oberstes Luftwaffenkommando klammerte sich beschränkt an die Ideen und Waffen von gestern, während die Deutschen die Waffen von heute und morgen entwickelten und auch in den Kampf warfen. Nach den Siegestagen besuchten alliierte Wissenschaftler und Ingenieure Deutschland und besichtigten die Laboratorien, Versuchsstationen und Fabriken, die der Luftwaffe dienten. Ihre Entdeckungen erweisen nicht nur die Überlegenheit der neuen deutschen Waffen, sondern auch die Einzelheiten der von Deutschland auf weite Sicht unternommenen Untersuchungen und Entwicklungen, welche die Zeichen von Voraussicht und Eifer tragen, um neue Ideen auszuprobieren. Im Gegensatz dazu enthüllen diese Entdeckungen den erschreckenden Mangel an Voraussicht und die eigensinnige Ablehnung gegenüber neuen Ideen durch unsere Luftwaffe, was der amerikanischen Bevölkerung vorenthalten wurde. […] Wirklich erschreckend wirkt die Sache, wenn wir die unkonventionellen Entwicklungen der Deutschen betrachten, ihre wirklich neuen Ideen und Waffen. Die meisten davon hatten sie bereits im Einsatz. Wir hatten einige wenige in der Vorentwicklung, aber keine im Einsatz. Während uns gesagt wurde, was unsere neuen Waffen leisten würden, taten es bereits die deutschen Waffen. […] Etwa ein Dutzend neuer V-Waffen befanden sich auf den Zeichenbrettern, in Versuchseinrichtungen, näherten sich der Fertigung. Die eine sollte Mannschaften in einer Druckkabine transportieren. Eine andere sollte von einem U-Boot 300 Fuß unter dem Meeresspiegel abgeschossen werden. Eine dritte sollte den Atlantik in 14 Minuten überqueren mit einer Gipfelhöhe der Flugbahn von 500 Meilen und einer Geschwindigkeit von 1600 Meilen pro Stunde. Die letztere war vorgesehen als Mittel zur Erschütterung der Kriegsmoral durch Massenangriffe auf New York. Sie war nicht unpraktisch! Die deutsche Ankündigung, dass sie es etwa in einem Jahr ausführen würden, war keine eitle Prahlerei.« Und nun erklärt Thomas etwas, bei dem sich sowohl Kenner der Materie als auch jene, die – wie sich jetzt herausstellt, unnötigerweise – im Geschichtsunterricht aufgepasst haben, die Augen zu reiben beginnen: »Wäre unsere Invasion nur um sechs Monate verzögert worden, so hätten die Deutschen die Luftüberlegenheit nicht nur in Europa, sondern auch über dem Kanal und in Südengland wieder gewinnen können. Wir hätten dann unsere Nachtflüge fortsetzen können, jedoch wären unsere Tagesangriffe Selbstmord gewesen. Die Deutschen hätten jedoch England sowohl bei Tage als auch bei Nacht angreifen können. Unsere Flugzeuge hätten sie nicht aufhalten können. Durch Zerschlagen der Flugplätze, der Bereitstellungsräume der Truppen, der Häfen und Verladungen, durch Dezimierung unserer Armeen und Zerstörung ihrer Ausrüstung hätten sie eine Invasion Europas nahezu unmöglich gemacht. Ihre besseren Flugzeuge hätten unsere am Boden stehenden zerstören können, sowie die unseren das mit den ihrigen taten, als die Muskeln den Geist besiegten.« Doch damit nicht genug. Thomas weiter: »England wäre in einen Trümmerhaufen zerschlagen worden. Sogar wenn die Deutschen keine Invasion unternommen hätten − und sie hätten sie unternehmen können − wäre ein Status-Quo-Frieden mit Verhandlungen unsere beste Aussicht gewesen und eine totale Niederlage durchaus nicht ausgeschlossen. So wie es geschehen ist, sind wir gerade noch davongekommen. Nachdem unsere Landstreitkräfte die kontinentale Küste erobert hatten, besuchte ich ein V-Waffen-Werk. Ich konnte erschüttert nur zu mir murmeln und wiederholte es oft: ›Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen.‹ Es handelt sich hierbei nicht um leere Phrasen, sondern es war die nackte, furchtbare Wahrheit. Und die drohende Niederlage, die so klar auf der Hand lag, würde unmittelbar auf unserer Rückständigkeit in der Luftfahrtforschung beruht haben.« US-Senator Thomas musste das, was er in Deutschland unmittelbar nach dem Krieg gesehen hatte, massiv beeindruckt, wenn nicht gar erschreckt haben. Anders lässt sich sein Zynismus nicht erklären, wenn er schreibt: »[Unsere] Kriegserfolge, besonders Bombenangriffe, wurden weit übertrieben. Dutzende von starken feindlichen Stützpunkten wurden am Montag ›ausgelöscht‹, am Dienstag ›ausradiert‹, um dann am Mittwoch unseren Landtruppen den blutigsten Widerstand entgegenzusetzen.« Thomas setzt noch eins drauf: »Einer der größten Witze der Militärgeschichte war der Mythos des ›Präzisionsbombenwurfes‹. So etwas hat es nicht gegeben. Der Bombenabwurf war weniger genau, als das Feuer von Schiffsgeschützen, Artillerie, Maschinengewehren, Mörsern, Raketen, Gewehren, Pistolen oder sogar Handgranaten. Genaue Treffer waren so selten, dass sie sogar in den Bekanntmachungen der Luftwaffe besonders erwähnt wurden. Auch war unser Bombenabwurf nicht ›präzise‹ zu nennen, wenn man ihn mit dem der Deutschen vergleicht. Ihre Zielvorrichtung war soviel besser als die unsere, dass ihre gewöhnlichen Bombenschützen so gut arbeiteten wie unsere Experten.« Mancher Zeitgenosse mag meinen, US-Senator Thomas sei als Nestbeschmutzer anzusehen. Das ist eher unwahrscheinlich. Thomas hatte vielmehr erkannt, was andere nicht sehen wollten und daraus die exakten Schlüsse gezogen. Dass der Senator in seinen Ausführungen recht hatte, lässt sich daran erkennen, dass die Amerikaner nach dem ersten Siegestaumel aufwachten und (meist erst nach den Russen) begriffen, welche Beute ihnen da ins Netz gegangen war. Die deutschen Gehirne und die deutschen Erfindungen in Verbindung mit der Leistungsfähigkeit der amerikanischen (Rüstungs-)Industrie ließen die Vereinigten Staaten von Amerika zu einer Weltmacht aufsteigen. Indes darf man fragen, ob wirklich alle etwas aus dem, was Thomas wissen ließ, gelernt haben. Was die Militärtechnik anbetrifft, so protzen die USA gern mit dem erreichten Stand der Dinge – was keine Kunst ist angesichts der Tatsache, dass sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg immer nur an schwächeren Nationen vergriffen haben (Korea, Vietnam, Irak). Was aber würde geschehen, wenn sie einem »Feind auf Augenhöhe« begegnen? Wie sagte US-Senator Thomas: »… Denn in den nächsten Kriegen − Gott behüte! − wird Prahlerei nicht zählen, und es wird keine Zeit mehr geben, um lediglich Muskelkraft für den Sieg zu schaffen, und zwar in Tagen oder Stunden anstelle von Jahren.« Nimmt man die von der US-Regierung für den 11. September 2001 gegebene offizielle Version der Terrorattacken in New York und Washington für bare Münze, muss davon ausgegangen werden, dass die Stärke der USA immer noch auf Prahlerei beruht. Ein fatales Signal für alle, die die letzte verbliebene Weltmacht lieber heute als morgen verschwinden sehen möchten …

Elbert D. Thomas, amerikanischer Senator.

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